Feier in der Klinikkapelle aus doppeltem Anlass: Renovierung ist abgeschlossen, Diakon Vitus von Waldburg-Zeil verabschiedet sich

Einen doppelten Anlass hatte eine Feierstunde in der Kapelle des Westallgäu-Klinikums der Oberschwabenklinik in Wangen. Zum einen sind die Renovierung und die technischen Verbesserungen, die dank einer Spende möglich geworden sind, abgeschlossen. Zum anderen hat sich der katholische Klinikseelsorger Diakon Vitus von Waldburg-Zeil nach vier Jahren verabschiedet. Er wird sich zum Priester weihen lassen.

 

Im Vordergrund soll die Kapelle und nicht seine Person stehen, hatte sich Vitus von Waldburg-Zeil gewünscht. Ganz in diesem Sinne gestalteten die evangelischen Seelsorger Helena und Christoph Rauch mit ihm gemeinsam die Feier, die mit „Ton trifft Wort“ überschrieben war.

 

Vor allem für die Kranken, die in den Zimmern des Klinikums die Übertragungen der Gottesdienste verfolgen, wird dies in Zukunft in neuen Qualität zutreffen, sagte Pfarrer Christoph Rauch. Zu den Neuerungen in der Kapelle gehört, dass Kamera und Mikrofone für die Übertragungen ausgetauscht worden sind. Statt der starren Bänke ist die Kapelle nun flexibel mit Stühlen möbliert, was vor allem auch Menschen, die auf den Rollstuhl angewiesen sind, die Teilnahme am Gottesdienst erleichtert.

 

Mit einem neuen Anstrich und neuer LED-Beleuchtung hat die Kapelle auch optisch ihr Gesicht verändert. Als Beleuchtungskörper wurden die Pendelleuchten beibehalten. Sie stammen aus der Zeit, als die Kapelle errichtet wurde. Architektin Margit Sigg vom Eigenbetrieb IKP des Landkreises hatte dringend dazu geraten, die Glaszylinder im Raum zu belassen und damit das Ensemble insgesamt zu erhalten.

 

Dr. Jan-Ove Faust, Direktor Medizin und Pflege der OSK, findet die Renovierung der Kapelle rundum gelungen. Früher habe er den Raum oft als drückend empfunden und erlebe ihn nun viel heller und freundlicher. „Die Kapelle spricht mit nur wenigen Stilmitteln für sich“, sagte er. Dr. Faust unterstrich die Bedeutung der Seelsorge im Krankenhaus: „Pflege und Ärzte können nicht alles leisten.“

 

Für den Stellenwert, den die Oberschwabenklinik in ihren Häusern der Seelsorge beimisst, bedankte sich Diakon Vitus von Waldburg-Zeil in seinen Abschiedsworten. In den vier Jahren seines Wirkens als Seelsorger am Westallgäu-Klinikum habe er immer Unterstützung erfahren und sei nie auf verschlossene Türen gestoßen. Es sei immer das Bestreben der Seelsorger gewesen, sich in ökumenischer Gemeinschaft um die Kranken zu kümmern.

 

Vitus von Waldburg-Zeil, der seit zwei Jahren Witwer ist, geht nach Rottenburg ins Priesterseminar und will sich am 1. Juli zum Priester weihen lassen. Schweren Herzens verlasse er Wangen, sagte er. Aber ihm sei klar geworden, dass dies nun sein Weg sei. Seine Nachfolge am Westallgäu-Klinikum sei ausgeschrieben und er habe sein Bestes getan, dass die Stelle auch wieder besetzt wird.

 

Sein Gefühl für die Menschen und seine Art, auf sie zuzugehen, habe Vitus von Waldburg-Zeil als Klinikseelsorger ausgezeichnet, würdigte ihn Dr. Jan-Ove Faust. Dekanatsreferent Stephan Wiltsche betonte, dass sich Vitus von Waldburg-Zeil als Sprecher der Klinikseelsorger im Dekanat in insgesamt 23 medizinischen Einrichtungen auch weit über das Westallgäu-Klinikum hinaus engagiert hat. Wiltsche, der mit dem Seelsorgeteam der benachbarten Fachkliniken der Waldburg Zeil-Kliniken gekommen war, lobte das Gespür der OSK dafür, dass die Seelsorge ein wichtiges Thema im Krankenhaus ist.

 

Abschied nach vier Jahren Klinikseelsorge am Westallgäu-Klinikum in Wangen: von rechts Diakon Vitus von Waldburg-Zeil, Dekanatsreferent Stephan Wiltsche, Direktor Dr. Jan-Ove Faust, Pfarrer Christoph Rauch und Pfarrerin Helena Rauch.