Wenn das Gewicht zur Last wird: Diät, Abnehmspritze oder doch Operation?

Auch die beiden Operateure des zertifizierten Adipositaszentrums in Ravensburg sprechen beim Vortragsabend: Oberarzt Dr. Franz Immler (links), Leiter des Adipositaszentrums, und Oberarzt Dr. Kai-Tobias Jansen. Foto: OSK
Wenn Diäten scheitern, Medikamente Hoffnung machen und Operationen zur letzten Option werden: Experten der Oberschwabenklinik informieren am Mittwoch, 24. Juni, ab 18 Uhr im Ravensburger St. Elisabethen-Klinikum über moderne Wege aus der Adipositas. Unter dem Titel „Wenn das Gewicht zur Last wird – Gewichtsabnahme mit Diäten oder Medikamenten oder doch Operation?“ beleuchtet das interdisziplinäre Team des Adipositas- und Ernährungszentrums am EK die Ursachen von Übergewicht und zeigt aktuelle Therapiemöglichkeiten auf.
Die Veranstaltung findet im Rahmen der Reihe „Treffpunkt Gesundheit“ statt. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Im Anschluss an die Vorträge stehen die Referenten für individuelle Fragen und persönliche Problemstellungen zur Verfügung.
Zum Auftakt führt Prof. Dr. Karolin Thiel, Chefärztin der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie, in das Thema ein. Danach spricht der Geschäftsführende Oberarzt Dr. Franz Immler, Leiter des zertifizierten Adipositaszentrums in Ravensburg und erfahrener Spezialist für Magenoperationen und -verkleinerungen, über die Ursachen und Folgen krankhaften Übergewichts. Sein Vortrag trägt den provokanten Titel: „Übergewicht und Adipositas: Seuchen des 21. Jahrhunderts – stimmt das wirklich?“
Das Ernährungsteam am EK, das von Oberärztin Dr. Andera Salama-Müller geleitet wird, beleuchtet das Thema von der ernährungstherapeutischen und -medizinischen Seite. Wie kann jeder einzelne durch Lebenstilanpassung und Ernährung seinen Teil dazu beitragen. Die Ernährungstherapeutinnen Michelle Götz und Klara Steiner sprechen über „Gewichtsabnahme durch Ernährungsumstellung und Diäten – funktioniert das tatsächlich?“
Besonders im Fokus steht ein Thema, das derzeit weltweit für Aufmerksamkeit sorgt: die sogenannte Abnehmspritze. Dr. Salama-Müller erklärt in ihrem Vortrag „Die neue Abnehmspritze – wie geht das und für wen kommt sie infrage?“ Wirkungsweise, Chancen und Risiken der Medikamente. Wirkstoffe wie Semaglutid oder Tirzepatid beeinflussen das Sättigungsgefühl und können den Appetit deutlich reduzieren. Gleichzeitig spricht die Expertin offen über mögliche Nebenwirkungen und die hohen Kosten von oft mehreren hundert Euro pro Monat, die gesetzliche Krankenkassen meist nicht übernehmen.
Anschließend geht Dr. Kai-Tobias Jansen, Oberarzt der Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie, auf operative Behandlungsmöglichkeiten ein. Unter dem Titel „Chirurgie bei Adipositas – ist die Operation doch die beste Methode?“ stellt er moderne Verfahren wie Schlauchmagen-Operationen oder Magenbypass vor – und erklärt, wann ein chirurgischer Eingriff tatsächlich sinnvoll sein kann.
Zum Abschluss richtet sich der Blick auf die Möglichkeiten hochspezialisierter Endoskopie bei der Behandlung von Adipositas. Dr. Christian Ansprenger, Oberarzt der Klinik für Innere Medizin I, zeigt in seinem Vortrag, welchen Beitrag moderne und besonders schonende endoskopische Verfahren ohne Operation leisten können - indirekt bei der Behandlung möglicher Komplikationen oder direkt wie zum Beispiel der sogenannte Endosleeve: Dabei wird der Magen ohne äußere Schnitte und ohne klassische Operation von innen verkleinert, um eine Gewichtsabnahme zu unterstützen.