Moderne Schlaganfallversorgung: Was heute möglich ist

Dr. Martin Ribitsch ist Oberarzt der Klinik für Neurologie am EK. Foto: Felix Kästle/Oberschwabenklinik
Der Schlaganfall zählt zu den häufigsten und folgenschwersten Erkrankungen unserer Zeit: Mehr als eine Viertelmillion Menschen sind allein in Deutschland jedes Jahr betroffen. Welche Behandlungsmöglichkeiten heute zur Verfügung stehen und warum im Ernstfall jede Minute zählt, steht im Mittelpunkt eines öffentlichen Patientenvortrags am Mittwoch, 28. Januar 2026, um 18 Uhr im Foyer des St. Elisabethen-Klinikum (EK) Ravensburg. Der Vortrag ist Teil der medizinischen Veranstaltungsreihe im Jubiläumsjahr des Klinikums. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Referent des Abends ist Dr. Martin Ribitsch, Oberarzt der Klinik für Neurologie am EK. Unter dem Titel „Schlaganfallversorgung im Wandel der Zeit – moderne Medizin, die Leben rettet“ gibt er einen verständlichen Überblick über den aktuellen Stand der Schlaganfallbehandlung und zeigt auf, wie sehr sich die Prognose für Betroffene durch spezialisierte Therapiekonzepte verbessert hat.
Dr. Ribitsch erläutert, was bei einem Schlaganfall im Gehirn passiert und welche Symptome – etwa Sprachstörungen, Lähmungen, Sehstörungen oder Schwindel – sofortiges Handeln erforderlich machen. Im Fokus steht dabei die zeitkritische Akutversorgung: Nach der raschen neurologischen Untersuchung und moderner Bildgebung wird entschieden, ob ein Gefäßverschluss medikamentös mittels Thrombolyse oder durch eine mechanische Thrombektomie behandelt werden kann. Letztere gilt heute als eine der wirksamsten Therapien, um Hirngewebe zu retten und bleibende Behinderungen zu vermeiden.
Ein weiterer Schwerpunkt des Vortrags liegt auf der interdisziplinären Zusammenarbeit in spezialisierten Schlaganfallzentren. Auf der zertifizierten Stroke Unit in Ravensburg werden Patienten rund um die Uhr von einem erfahrenen Team aus Neurologen, speziell geschulten Pflegefachpersonen sowie Therapeuten betreut. In enger Kooperation mit Neuroradiologie, Kardiologie, Neurochirurgie und Gefäßchirurgie wird für jeden Patienten ein individuell abgestimmtes Behandlungskonzept umgesetzt – von der Akuttherapie über die frühe Mobilisation bis hin zur strukturierten Nachsorge.
Auch Prävention und die Vermeidung erneuter Schlaganfälle sind Thema des Abends. Dr. Ribitsch zeigt auf, welche Risikofaktoren beeinflussbar sind und wie konsequente Nachsorgeprogramme dazu beitragen können, das Rückfallrisiko deutlich zu senken und die Lebensqualität der Betroffenen langfristig zu verbessern. Fragen aus dem Publikum sind ausdrücklich willkommen.
Ein eigener Teil des Vortrags widmet sich der Entwicklung der Schlaganfallmedizin: Dr. Ribitsch zeichnet nach, wie sich die Versorgung von einer Zeit mit begrenzten diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten hin zu hochspezialisierten, zeitkritischen Behandlungskonzepten entwickelt hat. Dabei wird deutlich, welche medizinischen, technischen und organisatorischen Fortschritte – etwa der Aufbau zertifizierter Stroke Units, moderne Bildgebung und interventionelle Verfahren – entscheidend dazu beigetragen haben, Sterblichkeit und Folgeschäden deutlich zu reduzieren.
Der Vortrag ist Teil einer ganzjährigen Reihe von Patientenvorträgen, mit denen das St. Elisabethen-Klinikum Ravensburg im Jahr 2026 sein 125-jähriges Bestehen begleitet. In monatlich wechselnden Themenschwerpunkten informieren Expertinnen und Experten des Hauses über moderne Medizin, neue Therapien und bewährte Behandlungskonzepte – verständlich, praxisnah und offen für den Dialog mit der Bevölkerung.