Mehr als nur ein Abschluss: Neue Fachkräfte starten durch und schreiben ein Stück Bildungsgeschichte

Erster staatlich geprüfter Jahrgang ATA/OTA an der Gesundheitsakademie Bodensee-Oberschwaben verabschiedet

Die ATA-Absolventinnen freuen sich über ihren Abschluss.

Sie haben es geschafft: Die OTA-Absolventinnen haben ihren Abschluss gemeistert.

Weingarten – Jubel, Tränen, Standing Ovations  und ganz viel Stolz: In einer emotionalen Feierstunde hat die Gesundheitsakademie Bodensee-Oberschwaben (GA) den ersten staatlich geprüften Jahrgang der Anästhesietechnischen (ATA) und Operationstechnischen Assistentinnen (OTA) verabschiedet. Beide Berufe wurden in der Vergangenheit zwar bereits ausgebildet, aber nicht einheitlich staatlich geregelt. Mit dem Inkrafttreten des neuen ATA-/OTA-Gesetzes zum 1. Januar 2022wurde die Ausbildung bundesweit gesetzlich normiert – ähnlich wie bei Pflegeberufen, heißt es vom Bundesgesundheitsministerium (BMG).26 Absolventinnen, aus den kooperierenden Häusern der Oberschwabenklinik (OSK), des Medizin Campus Bodensee (MCB), der SRH Kliniken, der Sana Kliniken Biberach, des Helios Spitals Überlingen sowie der Asklepios Klinik, erhielten nicht nur ihre Zeugnisse, sondern auch den verdienten Applaus für drei intensive, fordernde und zugleich prägende Jahre.

Viel mehr als Theorie und Praxis

„Heute ist kein Tag wie jeder andere“, sagte Konstantin Reichl, Schulleiter der ATA-Berufsfachschule. „Sie haben nicht irgendeine Ausbildung abgeschlossen, Sie sind der erste staatlich geprüfte Kurs nach dem neuen Gesetz. Und Sie haben sich durchgebissen, das wird Ihnen im Klinikalltag helfen.“ Mit einem Augenzwinkern erinnerte er an typische Klinikrealitäten: „Sie arbeiten künftig mit Hightech-Geräten im OP – und gleichzeitig stürzt das WLAN ab. Das muss man als junger Mensch erstmal verkraften.“ Reichl lobte die Absolventinnen als Fachkräfte mit Herz: „Sie übernehmen Verantwortung, treffen Entscheidungen, sind Teamplayer und oft auch Seelentröster.“

Starke Persönlichkeiten, starke Teams

Christine Brock-Gerhardt, Leiterin der Gesundheitsakademie, betonte: „Sie haben Kompetenzen entwickelt, sich persönlich weiterentwickelt, kooperiert und kommuniziert. Bei all dem hatten Sie großartige Unterstützung: von Familien, Freunden und engagierten Klinikpartnern. Für uns als GA ist dieser Jahrgang ein echtes Highlight.“ Auch Cornelia Bille, Schulleitung der OTA-Ausbildung, gratulierte herzlich: „Sie sind mit viel Neugier, Offenheit und Disziplin durch diese intensive Ausbildung gegangen. Wir sind sehr stolz auf Sie!“ Die Lehrkräfte blickten mit persönlichen Worten zurück: Franziska Boxhammer, OTA-Kurs, formulierte ihre Abschiedsrede wie einen OP-Bericht – emotional, präzise und mit klarer Prognose: „exzellent“. Jennifer Höppe, ATA-Kurs, beschrieb den Kurs als „bunten Haufen zwischen leisen Denkern und lauten Machern – nie langweilig und immer ehrlich.“

Gemeinsam durch dick und dünn

Abschließend erinnerten die Kurssprecherinnen an die Herausforderungen und besonderen Momente der Ausbildung: „Wir haben nicht nur gelernt, wie man Instrumente vorbereitet oder Patienten begleitet.  Wir haben gelernt, an unsere Grenzen zu gehen, Verantwortung zu tragen und uns aufeinander zu verlassen.“ Die OTA-Sprecherin verglich den Kursweg mit einer langen Zugfahrt: „Viele Stationen, einige Weichenstellungen – aber wir sind gemeinsam angekommen.“

Ein besonderer Moment – für viele

Begleitet wurde der Festakt von zahlreichen Gästen aus den Kooperationskliniken. Alle kamen, um zu gratulieren, Hände zu schütteln, Erinnerungen zu teilen. Besonders berührend: Auch viele Angehörige, Freunde und Wegbegleiter waren vor Ort – sie hatten ihre Lieben durch Prüfungsstress, Nachtdienste und Ausbildungstiefs begleitet und feierten nun mit Stolz ihren Erfolg. Mit vier Mal der Traumnote 1,0, Spielen, Fotopräsentationen und Videobotschaften von Klinikteams war der Abschlusstag nicht nur ein würdiger, sondern ein unvergesslicher Moment für alle Beteiligten.

Stark ausgebildet für ein starkes Gesundheitswesen
Die Gesundheitsakademie Bodensee-Oberschwaben beweist mit diesem erfolgreichen Jahrgang einmal mehr: Moderne Gesundheitsberufe brauchen nicht nur Wissen, sondern auch Haltung, Persönlichkeit und echte Teams. Die Absolventinnen starten als hochqualifizierte Fachkräfte und starke Persönlichkeiten in einem der wichtigsten Systeme der Gesellschaft.