Frauenbund Bavendorf näht und spendet 159 Herzkissen für die Brustkrebs-Patientinnen am St. Elisabethen-Klinikum
Der Katholische Deutsche Frauenbund Bavendorf hat erneut an die Brustkrebs-Patientinnen im St. Elisabethen-Klinikum in Ravensburg gedacht und 93 selbstgenähte Herzkissen an die Frauenklinik überreicht. Weitere 66 werden bald folgen. Die Herzkissen sollen die körperlichen, aber auch seelischen Schmerzen der Patientinnen lindern.
Fünfzehn Frauen der Bavendorfer Gruppe formten die mit Spezialwatte gefüllten Kissen so rund wie möglich und nähten sie schließlich per Hand zu, damit die Ränder und Nähte nicht an der Haut reiben. Bereits vor vier Jahren hatten die Bavendorferinnen das EK mit 101 Kissen beehrt.
„Wir freuen uns über jedes einzelne Kissen, das wir bekommen, und sind allen Frauen aus Bavendorf und unserer Region sehr dankbar dafür. Wir wissen, wie viel Liebe und Mitgefühl da drinstecken, und die Aktion wird wunderbar angenommen“, sagte Stationsleiterin Maria Bartha. „Die Herzkissen lindern die Schmerzen, Schwellungen und Spannungen im Bereich der Achselhöhle, unter denen die die meisten Patientinnen nach einem chirurgischen Eingriff leiden. Indem man den Arm weg vom Körper auf das Kissen lagert, werden die Schmerzen erträglich. Das Geschenk tut den Frauen auf mehreren Ebenen gut: nicht nur körperlich, auch emotional, auch psychisch, als Seelentröster.“
Jedes Jahr erkranken 70 000 Frauen in Deutschland an Brustkrebs, jede achte Frau ist im Laufe ihres Lebens davon betroffen, zumeist ist ein chirurgischer Eingriff notwendig. Die Fachärztinnen und -ärzte an der von Chefärztin Dr. Martina Gropp-Meier geleiteten Frauenklinik operieren im Jahr etwa 150 Brustkrebs-Patientinnen, alle erhalten eines der gespendeten Kissen.
Einige Frauen des KDFB Bavendorf litten selbst an der Krankheit, auch deshalb hat die Gruppe beschlossen, sich solidarisch zu erklären mit allen, die in der Region die Diagnose erhalten. „Es war natürlich ein Schock für mich, eine Erkrankung, die einen extrem mitnimmt. Umso schöner fand ich es, als ich damals in meinem Patientenzimmer ein solches Kissen entdeckte. Ich habe es kaum aus der Hand gelegt, nicht nur wegen der Schmerzen, sondern auch wegen der Geste, wegen der Anteilnahme: Da war eine Frau, da waren andere Frauen, die an mich dachten. Es ist ein sehr persönliches, menschliches Geschenk, das man nie vergisst“, sagt eine Bavendorferin, die am EK operiert wurde und deren Erkrankung nun vier Jahre zurück liegt.
Die Schildchen mit der persönlichen Botschaft und Ihrem Vornamen, die die Frauen hinzufügten, erhielt der Frauenbund übrigens von seinem Bundesverband, der alle Ortsverbände in Deutschland dazu inspiriert, bei der Herzkissen-Aktion mitzumachen. Auch die Raiffeisenbank Oberteuringen-Meckenbeuren beteiligte sich am Nähprojekt und spendete 200 Euro für den Kauf der insgesamt 15 Kilogramm schweren Füllwatte.
Fakten zum Thema Brustkrebs:
Jedes Jahr erkranken 75 000 Frauen und etwa 700 Männer in Deutschland an Brustkrebs, jede achte Frau ist im Laufe ihres Lebens von der Krankheit betroffen. Zumeist ist ein chirurgischer Eingriff notwendig. Gute Nachricht: Die Zahl der Sterbefälle sinkt seit Jahrzehnten durch medizinische Fortschritte, Früherkennung und Vorsorge kontinuierlich, obwohl mehr Frauen an Brustkrebs erkranken. Fünf Jahre nach der Diagnose sind laut Deutscher Krebsgesellschaft 88 Prozent der Patientinnen noch am Leben.
Im Bild von links nach rechts: Helga Hasenfus (KDFB Bavendorf), Pflegefachkraft Valentina Koch, Anita Mösle (KDFB), Stationsleiterin Maria Bartha, Conny Natterer (KDFB, Pflegefachkraft Leonie Nachbaur, Gudrun Popa (KDFB).

