Endokrine Chirurgie im Dialog: Mehr als 70 Teilnehmende beim Viszeralabend in Ravensburg

Im Bild von links nach rechts: Die Oberärzte Dr. Florian Corvinus und Dr. Franz Immler sowie Chefärztin Prof. Dr. Karolin Thiel, jeweils Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie am St. Elisabethen-Klinikum in Ravensburg, sowie Dr. Joachim Brückel, Endokrinologe und Oberarzt der Inneren Medizin am Westallgäu-Klinikum in Wangen.
RAVENSBURG – Mehr als 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind der Einladung zum Viszeralabend an der Oberschwabenklinik im St. Elisabethen-Klinikum in Ravensburg gefolgt. Neben zahlreichen niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten aus dem gesamten Kreis Ravensburg nahmen auch Kolleginnen und Kollegen über die Grenzen des Kreises hinaus an der Veranstaltung teil – ein klares Zeichen für das hohe Interesse am Thema. Aufgrund des großen Zuspruchs mussten kurzfristig zusätzliche Sitzplätze bereitgestellt werden.
Im Mittelpunkt des Abends standen moderne Diagnostik- und Therapieansätze in der endokrinen Chirurgie. Die Vorträge boten hochaktuelle Einblicke in die Schilddrüsenchirurgie sowie in die Behandlung Neuroendokriner Tumore.
Ein Beitrag zur sonographischen Diagnostik der Schilddrüse entstand in enger Zusammenarbeit mit der nuklearmedizinischen Praxis Labouvie. Weil die Praxis kurzfristig nicht persönlich teilnehmen konnte, wurden die Inhalte von Oberarzt Dr. Florian Corvinus vorgestellt. Neben Grundlagen der Schilddrüsensonographie und der KI-gestützten Auswertung präsentierte er moderne intraoperative Verfahren wie die Autofluoreszenzdarstellung der Nebenschilddrüsen sowie die Durchblutungsdiagnostik mittels ICG, die zu einer Präzision der operativen Therapie von Nebenschilddrüsenerkrankungen beitragen.
Dr. Joachim Brückel, Endokrinologe und Oberarzt der Inneren Medizin am Westallgäu-Klinikum in Wangen und ausgewiesener Experte, informierte über Diagnostik und Therapie des primären Hyperparathyreoidismus, einer Überfunktion der Nebenschilddrüsen, die heute sehr schonend operativ behandelt werden kann.
Dr. Franz Immler, ehemaliger Chefarzt der ehemals eigenständigen Klinik für Chirurgie in Wangen und nun Oberarzt am St. Elisabethen-Klinikum, stellte die aktuellen chirurgischen Strategien in der Schilddrüsenchirurgie an der Oberschwabenklinik und die Bedeutung der interdisziplinären Zusammenarbeit dar.
Zum Abschluss wurden zwei eindrucksvolle Operationsvideos aus dem eigenen OP gezeigt: Robotisch-assistierte, minimalinvasive Eingriffe mit dem Da-Vinci-System, darunter eine Operation an der Nebenniere und die erweiterte Entfernung betroffener Lymphknoten am Dünndarm – ein Beispiel für die zunehmenden Möglichkeiten der Robotik in der Viszeralchirurgie.
„Innovative Behandlungsverfahren wie die robotisch unterstützte Chirurgie ermöglichen uns, besonders schonend und dennoch äußerst präzise zu operieren“, erklärte Prof. Dr. Karolin Thiel, Chefärztin der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie. „Der fachliche Austausch mit Kolleginnen und Kollegen aus Klinik und Praxis ist für uns ein entscheidender Motor, um die Patientenversorgung in der Region stetig weiterzuentwickeln.“
Mit großer Freude wurde auch die Teilnahme von Prof. Martin Müller, dem neuen Chefarzt der Inneren Medizin am Standort Wangen, aufgenommen, der gemeinsam mit zahlreichen Kolleginnen und Kollegen aus dem Allgäu vertreten war – ein starkes Signal für die enge und gelebte Kooperation innerhalb der Region
Der Abend bot im Anschluss bei einem gemeinsamen Imbiss reichlich Gelegenheit für vertiefende Gespräche und neue Vernetzungen – ein rundum gelungener interdisziplinärer Austausch.
Im Bild von links nach rechts: Die Oberärzte Dr. Florian Corvinus und Dr. Franz Immler sowie Chefärztin Prof. Dr. Karolin Thiel, jeweils Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie am St. Elisabethen-Klinikum in Ravensburg, sowie Dr. Joachim Brückel, Endokrinologe und Oberarzt der Inneren Medizin am Westallgäu-Klinikum in Wangen.