Ein OSK-Quartett fährt Bahn – und ist schnell und unschlagbar günstig in der Klinik

Dank der Unterstützung der OSK und durch das Deutschland-Ticket können Mitarbeitende für nur 37 Euro im Monat zur Arbeit kommen – und wieder nach Hause. Wir haben vier Mitarbeiter am St. Elisabethen-Klinikum befragt.

Sind Freunde von Bus, Bahn und Bewegung: Lorena Lehmann, Dr. Heino Hügel, Birgit Przykopp und Matthias Weber (von links nach rechts).

Sind Freunde von Bus, Bahn und Bewegung: Lorena Lehmann, Dr. Heino Hügel, Birgit Przykopp und Matthias Weber (von links nach rechts).

Jeden Morgen absolviert Dr. Heino Hügel, Ärztlicher Leiter des ambulanten Palliativversorgers Clinic Home Interface an der Oberschwabenklinik, eine Art Spezial-ÖPNV-Fitnessprogramm. Zuerst fährt er mit dem Gravelbike elf Kilometer von Immenstaad nach Friedrichshafen an den Bahnhof. Dann steigt er in den Regionalzug, der ihn in 15 Minuten an den Bahnhof nach Ravensburg bringt. Von dort könnte er alternativ auch den Bus nehmen, der unterhalb der Klinik hält, aber Dr. Hügel joggt die restlichen zehn Minuten lieber, hoch zu seiner Abteilung in der Elisabethen-Straße.

 

Ein Lebensstil, der Sinn macht. „Ich brauche weniger als eine Stunde ins Büro von Tür zu Tür, und habe dabei etwas für Körper und Seele, die Umwelt und meinen Geldbeutel getan“, sagt Dr. Hügel. Als Arzt möchte er nicht nur Medizin, sondern auch den Gesundheitsgedanken weitergeben – und Vorbild sein. „Bewegung ist der Schlüssel zu unserer Gesundheit“, sagt er. „Ich kenne ja den Vergleich aus meinem eigenen Leben: Wenn ich mich vor der Arbeit bewege, bin ich mit einem völlig anderen Körpergefühl präsent.“ Als das Deutschland-Ticket kam und die parallele Unterstützung der Oberschwabenklinik, ließ Dr. Hügel sein Auto sofort stehen. „Das war wirklich ein Gamechanger. Wenn du für 37 Euro im Monat zur Arbeit und wieder nach Hause kommen kannst, ist das ein unschlagbarer Preis.“

 

Exakt sind es 36,93 Euro, die jeder Mitarbeitende der OSK derzeit pro Monat bezahlt, wenn er mit Bus oder Bahn zur Arbeit kommt. Der Betrag berechnet sich so: 63 Euro kostet das Deutschland-Ticket für jeden Bürger, 22,92 Euro davon übernimmt die OSK, 3,15 Euro beträgt der individuelle Rabatt, weil der Arbeitgeber das nationale Angebot unterstützt, bleiben 36,93 Euro. Immerhin 303 Mitarbeitende nutzen derzeit das Angebot und haben das Deutschland-Ticket abonniert, „aber da geht sicher noch mehr“, glaubt Dr. Hügel – zumal es vom 2. Juli an auch eine neue Buslinie von Friedrichshafen via Tettnang und Meckenbeuren direkt ans EK gibt. Mehrmals täglich steuert die Regiobus-Linie 900 die Klinik an, auch im Interesse der Patienten aus dieser Region.

 

Lorena Lehmann, Referentin der OSK-Geschäftsleitung, fährt ebenfalls seit Jahren mit der Bahn zur Arbeit, zwar ohne Radsport – sie wohnt fußläufig in der Nähe des Bahnhofs –, dafür aber ebenso konsequent, bei Wind und Wetter. „Mit dem Zug ist es von Friedrichshafen ein Katzensprung nach Ravensburg“, sagt Lorena Lehmann, „mit dem Auto fährt man doppelt so lang. Alle zehn bis zwanzig Minuten fährt ein Zug, und wenn einer einmal ausfällt, nimmt man eben den nächsten. Ich liebe Bahnfahren. Man kann lesen, Podcasts hören, Mails beantworten, und trifft auch immer neue, spannende Menschen. Man kommt fast automatisch ins Gespräch. Auch Birgit Przykopp habe ich am Bahnhof kennengelernt, Herrn Hügel und andere Menschen, von denen ich zuvor gar nicht wusste, dass sie an der OSK arbeiten.“

 

Besagte Birgit Przykopp arbeitet als Medizinische Fachangestellte in der gynäkologischen Ambulanz in Ravensburg, täglich pendelt sie von Aulendorf an die OSK. Der Direktzug ist in elf Minuten am Bahnhof, mit dem Auto würde sie beim Tingeln über die Dörfer 25 Minuten für die knapp 25 Kilometer bis ins Parkhaus benötigen. „Schneller als mit der Bahn geht es nicht. Der Stress durch das Autofahren fällt komplett weg, vor allem aber ist Bahnfahren inzwischen unschlagbar günstig, nicht nur aus schwäbischer Sicht: Ich spare dadurch bestimmt 150 Euro im Monat, es lohnt sich also, sein Verhalten zu ändern.“


 Das findet auch Matthias Weber. Der Vater zweier Kinder, Referent Finanz- und Risikomanagement an der OSK, spart durchs Zugfahren 4500 Euro im Jahr, wie er ausgerechnet hat. Vom 50 Kilometer entfernten Mittelbiberach fährt er jeden Morgen mit dem Rad fünf Kilometer an den Bahnhof nach Biberach und von dort mit dem Regionalzug nach Ravensburg. „Für mich ist Radfahren und der Spaziergang zum EK auch eine Art Training und Entspannung. Insgesamt bin ich 40 Minuten länger unterwegs, aber ich nutze die Zeit für mich und tue meiner Gesundheit etwas Gutes. Durch die Bewegung vor und nach der Zugfahrt bleibe ich gesund, erspare mir den täglichen Stau in Gaisbeuren und natürlich ganz viel Geld. Bei meiner Berechnung der 4500 Euro bin ich von einem älteren Auto ausgegangen, das ich statt dem Zug benutzen würde. Wäre es ein neues, wäre es noch weit mehr.“

 

OSK-Geschäftsführer Franz Huber freut sich über den Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel: „Wir unterstützen unsere Mitarbeiter dabei, auf Bus oder Bahn umzusteigen – durch unseren finanziellen Zuschuss, aber auch durch unsere Gespräche mit den Kommunen und unserem Träger, dem Landkreis Ravensburg, um die bestmöglichen Linien anzubieten“, sagt Huber. Aufgrund der ländlichen Struktur im Kreis werde es nie für jeden einzelnen Mitarbeitenden möglich sein, mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit zu kommen. „Aber jenen, die es mit ein wenig Unterstützung könnten, denen möchten wir es im Sinne von Nachhaltigkeit und Umweltfreundlichkeit auch ermöglichen. Wer zum Beispiel vom Bodensee oder von Tettnang aus zu uns kommen möchte, der ist schnell da und herzlich willkommen.“

 

Auch Hobbysportler wie Dr. Hügel oder Matthias Weber, die zumindest in Teilstücken mit dem Rad zur Arbeit kommen, unterstützt die OSK übrigens. Durch das Jobrad-Programm kann sich jeder Mitarbeitende preisvergünstigt ein Rad leasen.

Mehr Informationen zu den Bus- und Zuglinien in der Region gibt es unter www.bodo.de


Auf dem ersten Bild von links nach rechts:
Lorena Lehmann, Dr. Heino Hügel, Birgit Przykopp und Matthias Weber.