Demenz verstehen: Wo die Forschung steht und was die Zukunft bringt

Ravensburg – Demenz ist eine der großen gesundheitlichen Herausforderungen unserer Zeit. Allein in Deutschland leben derzeit rund 1,8 Millionen Menschen mit einer dementiellen Erkrankung – Tendenz steigend. Fast jeder kennt einen Betroffenen im Familien- oder Freundeskreis. Wie Demenz entsteht, wie sie erkannt wird, welche Behandlungsmöglichkeiten es heute gibt und welche neuen Ansätze die Forschung verfolgt, steht im Mittelpunkt eines öffentlichen Patientenvortrags am Mittwoch, 14. Januar 2026, um 18 Uhr im Foyer des St. Elisabethen-Klinikum (EK) Ravensburg. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Referent des Abends ist Prof. Dr. Dietmar Bengel, Chefarzt der Klinik für Neurologie am EK. Unter dem Titel „Demenz: Wo die Forschung steht und was die Zukunft bringt“ gibt er einen fundierten und zugleich gut verständlichen Überblick über den aktuellen Wissensstand zu Demenzerkrankungen.
Im Vortrag erklärt Prof. Dr. Bengel, was Demenz medizinisch bedeutet und wie sich erste Anzeichen bemerkbar machen können. Gedächtnisstörungen, Orientierungsprobleme oder Veränderungen im Verhalten werden von Betroffenen und Angehörigen oft zunächst als normale Alterserscheinungen eingeordnet. Der Chefarzt zeigt auf, warum eine frühe Abklärung wichtig ist, welche diagnostischen Möglichkeiten heute zur Verfügung stehen und wie moderne Bildgebung und Biomarker helfen, eine Demenz immer früher und genauer zu erkennen.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf den aktuellen Therapieoptionen. Zwar ist eine Heilung von Demenzerkrankungen bislang nur in Ausnahmefällen möglich, doch lassen sich Verlauf und Begleitsymptome heute gezielt beeinflussen. Prof. Dr. Bengel stellt medikamentöse und nicht-medikamentöse Behandlungskonzepte vor und erläutert, welchen Stellenwert Bewegung, geistige Aktivität und ein gesunder Lebensstil für den Krankheitsverlauf haben.
Großes Interesse gilt auch der Frage, was die Zukunft bringt. Der Referent gibt Einblick in neue Forschungsansätze und moderne Antikörpertherapien. Dabei spricht er offen über Chancen, Grenzen und Risiken dieser neuen Medikamente und ordnet ein, für welche Patientinnen und Patienten sie überhaupt infrage kommen. Ziel ist es, realistische Erwartungen zu vermitteln und gleichzeitig Hoffnung durch wissenschaftlichen Fortschritt aufzuzeigen
Der Vortrag richtet sich an Betroffene, Angehörige und alle Interessierten. Fragen aus dem Publikum sind ausdrücklich willkommen.
Die Veranstaltung ist Teil einer ganzjährigen Reihe von Patientenvorträgen, mit denen das St. Elisabethen-Klinikum Ravensburg im Jahr 2026 sein 125-jähriges Bestehen begleitet. In monatlich wechselnden Themenschwerpunkten informieren Expertinnen und Experten des Hauses über moderne Medizin, aktuelle Forschung und bewährte Therapiekonzepte – verständlich, praxisnah und im direkten Austausch mit der Bevölkerung.