Onkologisches Zentrum der OSK erneut erfolgreich zertifiziert

Das Onkologische Zentrum der OSK wurde erneut zertifiziert. Claudia Keller, die Zentrumskoordinatorin und Leitung des Pflege- und Prozessmanagements, erklärt, was das bedeutet und welche Vorteile sich daraus für Patienten ergeben.

Was ist eine Zertifizierung?

Bei einer Zertifizierung wird überprüft, ob sich das Krankenhaus an bestimmte, festgelegte Anforderungen hält.

Was wird bei einer Zertifizierung unter die Lupe genommen?

Im Verbund des Onkologischen Zentrums bestehen mehrere Organkrebszentren, die für ihre sehr guten Leistungen von der Deutschen Krebsgesellschaft und dem TÜV SÜD zertifiziert worden sind: Das Brustzentrum Oberschwaben, das Gynäkologische Krebszentrum, das Darmzentrum Ravensburg sowie das Prostatakarzinomzentrum.

Die Deutsche Krebsgesellschaft prüft durch das unabhängige Institut Onkozert, dass die Zentren die fachlichen Anforderungen für die Behandlung einer Tumorerkrankung, also die medizinischen Leitlinien der Fachgesellschaften, erfüllen. Der TÜV SÜD kontrolliert, ob die Richtlinien des Qualitätsmanagements eingehalten werden.

Was wurde speziell in der OSK überprüft?

Überprüft wurden alle Kliniken, Fachabteilungen und niedergelassene Spezialisten, die Bestandteil der Zentren sind und somit an der Behandlung von Patienten mit der Diagnose Krebs beteiligt sind. Dazu gehören auch die Sinova-Klinik, die gastroenterologische Schwerpunktpraxis sowie die Onkologie Ravensburg und das Institut für Pathologie Ravensburg, die beide ihre Praxis im Ärztehaus am EK betreiben. Hausintern fanden Begehungen statt in der Nuklearmedizin, der Radioonkologie und der Apotheke. Außerdem wurde die Organisation der Ambulanzen und Stationen geprüft, Akten eingesehen und andere Dokumente, wie zum Beispiel Kooperationsverträge, Geschäftsordnung, Protokolle und das Handbuch.

Dabei interessieren sich die Auditoren immer, ob wir die Prozessabläufe seit dem letzten Audit verbessert haben. Immer wieder wird nach dem Umgang mit Patientenbeschwerden und Fehlern gefragt. Fort- und Weiterbildungspläne, Einarbeitungschecklisten, Gerätepässe und Handzeichenliste werden gerne überprüft. Auf den Stationen wird der Patientenweg von der Einweisung bis zur Entlassung bewertet und für jedes Zentrum steht ein eigenes Zeitfenster zur Sichtung der Patientenakten (Stichproben) zur Verfügung. Auch unsere Pläne für das nächste Jahr mussten wir darlegen.

Warum lässt sich die OSK freiwillig zertifizieren?

Durch Zertifizierungen kann die Betreuung von Patienten verbessert werden und ihnen eine Behandlung ermöglicht werden, die sich nach den geltenden Leitlinien richtet. Sie stellen unsere Arbeit mit Hilfe unseres Qualitätsmanagements auf den Prüfstand und stoßen dadurch einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess an. Durch die Strukturierung der Prozesse wird die Transparenz betrieblicher Abläufe erhöht. Das Zertifikat, das wir nach erfolgreicher Zertifizierung erhalten, sichert unsere Wettbewerbsfähigkeit im Vergleich zu anderen Häusern. Nicht zuletzt erhoffen wir uns immer konstruktive Kritik und auch Beratung durch die Auditoren, die schon viele Häuser und Abläufe gesehen haben und meist selbst aus der Praxis kommen. Aber am meisten profitieren unsere Patienten.

Was bedeutet die Zertifizierung für einen Patienten?

Wenn ich als Patient in ein Zentrum gehe, kann ich mich darauf verlassen, dass hier durch eine vorgegebene Mindestanzahl an OPs und Behandlungen eine entsprechende Erfahrung auf dem Gebiet vorhanden ist. Ein Zentrum steht niemals isoliert da, sondern ist vernetzt mit anderen Spezialisten, die zum Behandlungserfolg beitragen. Entscheidungen werden auf der Analyse von Daten und Informationen getroffen; Mitarbeiter aller Ebenen arbeiten an einer ständigen Verbesserung der Behandlungsqualität. Diese Zertifizierung bestätigt also die Qualität der Behandlung im onkologischen Zentrum der OSK.