Investition am EK - Neues OP-Mikroskop für die Neurochirurgie

Die Neurochirurgen am St. Elisabethen-Klinikum in Ravensburg können im Operationssaal auf ein neues Mikroskop zurückgreifen. Chefarzt Dr. Gerhard Staimer und sein Team sind voll des Lobes über das 190 000 Euro teure Gerät. „Es bietet eine bessere Ausleuchtung des OP-Bereichs, erleichterte Arbeitsbedingungen und verbessert die Ausbildungssituation“, fasst der Chefarzt die Vorteile des neuen Geräts zusam-men.

Das neue Mikroskop der Neurochirurgie im Einsatz: Drs. med. (NL) Benedict Fijen, Oberarzt der Klinik für Neurochirurgie am St. Elisabethen-Klinikum operiert mithilfe des Mikroskops einen Patienten am Kopf.

Neurochirurgie ist Feinstarbeit. Mikrochirurgische OP-Techniken mit Hilfe eines hoch leistungsfähigen Mikroskops gehören heutzutage zum Standard des hoch spezialisierten Faches. Entsprechend teuer sind die Geräte.

Die Neurochirurgen müssen sich in oftmals sehr schwierigen Operationen im Gehirn oder an der Wirbelsäule zu erkranktem Gewebe vorarbeiten, das nicht unmittelbar an der Oberfläche liegt. Unter dem OP-Mikroskop, das eine bis zu 17-fache Vergrößerung ermöglicht, gelingt dies wesentlich zielgenauer und schonender als es mit dem bloßen Auge möglich wäre. Das Risiko, dass durch den Eingriff gesundes Gewebe geschädigt werden könnte, kann durch die Mikrochirurgie wesentlich vermindert werden.

Die Mikrochirurgie ist für die Neurochirurgen kein Neuland. Mikroskope werden bereits seit 60 Jahren eingesetzt. Auch die Klinik für Neurochirurgie am EK Ravensburg verfügt schon bisher über ein solches Gerät. Das neue bietet aber einige wesentliche Vorzüge. Es braucht längst nicht mehr so viel Platz im OP, ist ergonomischer konstruiert und macht dem Arzt damit die Arbeitshaltung angenehmer. Der Abstand zur operierten Stelle beträgt bis zu 600 Millimeter, so dass auch ein Eingriff mit langen Instrumenten bei hohem Arbeitskomfort möglich ist. Gerade bei Operationen an der Wirbelsäule ist dies relevant.

Lobend äußert sich Chefarzt Dr. Staimer verglichen mit dem früheren Gerät vor allem über das Licht. Die 400 Watt starke Xenonbirne leuchtet auch tiefe und schmale Operationskanäle sehr gut aus und vermindert die Bildung von Schatten in Hohlräumen. Dies erleichtert dem Operateur den Blick in schwer einzusehende Operationsfelder. Das Licht des neuen Mikroskops erzeugt weniger Wärme und ist damit schonender für das empfindliche Gewebe. Auch hat sich durch die Technik des neuen Gerätes das zeitaufwändige Nachfocussieren vermindert, so dass der Operateur seltener seine Arbeit unterbrechen muss. Der wesentlichste Unterschied zum Vorgänger-Mikroskop ist jedoch die Möglichkeit, bei bestimmten Arten von Hirntumoren den Tumor durch eine sogenannte Fluoreszenztechnik in seinem gesamten Umfang sichtbar zu machen, sodass in Verbindung mit einem Navigationssystem der Tumor mit höchster Präzision und geringster Schädigung gesunden Nachbargewebes dargestellt und entfernt werden kann.

Schließlich profitieren auch die Assistenten im OP vom neuen Mikroskop. Über einen Monitor direkt am Operationstisch können Assistenzärzte, Operationstechnische Assistenten sowie Auszubildende und Studenten jeden Schritt der OP genau mitverfolgen. Das bringt einen großen Vorteil in der Ausbildung. Als akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Ulm bildet das EK ständig Medizinstudenten im praktischen Jahr aus. Die Klinik für Neurochirurgie besitzt zudem die volle Weiterbildungsbefugniss für die Facharztweiterbildung in der Neurochirurgie.