Unsere Leistungen Darmzentrum Ravensburg

Was wir wollen

Wir möchten unseren Patienten in einem umfassenden Konzept alle notwendigen Versorgungsmöglichkeiten bei Darmkrebserkrankung von der Früherkennung über die Therapie bis hin zur Nachsorge anbieten.

Was wir bieten

In einem gemeinschaftlichen Konzept werden die Kenntnisse und die Erfahrung vieler Spezialisten der unterschiedlichsten Fachrichtungen zum Wohle der Patienten gebündelt. Unsere Behandlungskonzepte richten sich strikt an den Leitlinien der Fachgesellschaften aus. Für alle Patienten wird bei interdisziplinären Fallbesprechungen im Rahmen einer Tumorkonferenz das bestmögliche Behandlungskonzept festgelegt und dann mit unseren Behandlungspartnern zusammen konsequent umgesetzt.

Das Spektrum unserer Betreuungsleistungen für Darmkrebs-Patienten geht weit über die Operation hinaus. Unser Ziel ist eine ganzheitliche Betreuung aller gesundheitlicher Probleme unserer Patienten. Dazu gehören eine optimale Schmerztherapie, die psychoonkologische Betreuung, die Seelsorge, die Stomatherapie, eine Ernährungsberatung, die Durchführung einer Chemotherapie oder Strahlentherapie, die Unterstützung bei der Einleitung von Rehabilitationsmaßnahmen.

Wir verpflichten uns, durch regelmäßige Fort- und Weiterbildungs-Maßnahmen der Ärzte, Pflegekräfte und aller anderen an der Behandlung beteiligten Mitarbeiter unsere Kenntnisse stets auf aktuellem Stand zu halten.

Durch regelmäßigen Austausch in Qualitätszirkeln und durch Fortbildungsmaßnahmen für die ärztlichen Kollegen in den Praxen sorgen wir für die Verbreitung des Wissens über die Darmkrebserkrankung.

Wir beteiligen uns an klinischen Studien und tragen damit aktiv zur Gewinnung neuer Erkenntnisse über die Darmkrebserkrankung bei.

Wir bieten regelmäßig Informationsveranstaltungen für die Bevölkerung und für betroffene Patienten an.

Wir überprüfen kontinuierlich bei Patienten und bei den zuweisenden Ärzten die Zufriedenheit mit unserer Behandlung.

Wir lassen die Qualität unserer Behandlung und unserer Behandlungsabläufe durch externe unabhängige Experten bewerten und überprüfen.

Was ist Darmkrebs?

Was ist Darmkrebs und wie häufig ist er?
Als Darmkrebs werden die bösartigen Erkrankungen des Dickdarms (Kolonkarzinom) und des Mast- oder Enddarms (Rektumkarzinom) bezeichnet. In den westlichen Ländern ist Darmkrebs heute eine der häufigsten Krebserkrankungen. Darmkrebs liegt mittlerweile sowohl beim Mann (nach dem Prostatakarzinom) als auch bei der Frau (nach dem Brustkrebs) an zweiter Stelle der Krebsneuerkrankungen in Deutschland. Für beide Geschlechter zusammengenommen ist Darmkrebs die häufigste Krebsform in Deutschland überhaupt. Jährlich erkranken in Deutschland rund 70.000 Menschen an Darmkrebs und ca. 30.000 Menschen sterben daran. Im Laufe ihres Lebens erkranken in Deutschland 6 von 100 Menschen an Darmkrebs. Ein Darmkrebs kann in jedem Abschnitt des Dick- und Enddarms auftreten; am häufigsten entsteht er jedoch in den unteren 40 cm des Dick- und Mastdarms (ca. 60 % der Fälle).

Darmkrebs kann jeden Menschen betreffen!

 

Risikofaktoren für die Entstehung von Darmkrebs
Die Ursachen für die Entstehung von Darmkrebs sind noch nicht vollständig geklärt. Man kennt jedoch bestimmte Faktoren, die das persönliche Risiko, an Darmkrebs zu erkranken, erhöhen.

Ein erhöhtes Risiko haben Menschen mit

  • Familienangehörigen, die Darmkrebs oder Darmpolypen (Adenome) hatten
  • Erkrankungenen an anderen Krebsarten wie Brust-, Eierstock- oder Gebärmutterkrebs
  • Darmpolypen (Adenome)
  • chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (Colitis ulcerosa, Morbus Crohn)
  • ungünstigen Lebensgewohnheiten wie fleischreiche, fettreiche und faserarme Kost, Nikotinkonsum, Alkoholkonsum, Übergewicht und Bewegungsmangel

 

Was sind die Krankheitszeichen?

Darmkrebs entsteht und wächst nicht von heute auf morgen, sondern im Laufe von Monaten und Jahren. Entsprechend liegen zunächst keine oder kaum Krankheitsbeschwerden (Symptome) vor. Im weiteren Verlauf der Erkrankung stehen eine Beeinträchtigung der Darmpassage oder Darmblutungen im Vordergrund.

Folgende Beschwerden können bei Darmkrebs auftreten:

  • veränderte Stuhlgewohnheiten, Wechsel von Verstopfung und Durchfall, bleistiftdünner Stuhl oder gehäufter Stuhldrang ohne Stuhlentleerung
  • Blut im oder am Stuhlgang
  • wiederholte, krampfartige Bauchschmerzen
  • laute Darmgeräusche, anhaltende Blähungen, übel riechender Stuhl
  • tastbare Verhärtungen im Bauchraum
  • Allgemeinsymptome wie Leistungsabfall und Gewichtsabnahme

Derartige Beschwerden sind keinesfalls beweisend für einen Darmkrebs und können selbstverständlich auch bei anderen Erkrankungen auftreten.

Umso wichtiger ist eine Abklärung dieser Beschwerden!

Vorsorge

Wie kann man Darmkrebs früh erkennen?

Noch mehr als bei anderen Krebserkrankungen gilt bei Darmkrebs der Grundsatz, dass die Heilungschancen umso besser sind, je früher der Tumor erkannt und behandelt wird. Darmkrebs kann durch Früherkennung nahezu komplett verhindert bzw. geheilt werden. Darmkrebs kann nur früh erkannt werden, wenn die angebotenen Früherkennungsuntersuchungen genutzt werden, insbesondere deshalb, weil zu Beginn der Darmkrebserkrankung keine oder nur unspezifische Beschwerden auftreten.

Das von den gesetzlichen Krankenkassen finanzierte Früherkennungsprogramm für Darmkrebs beginnt derzeit mit dem 50. Lebensjahr. Es besteht bis zum 55. Lebensjahr aus einer Tastuntersuchung des Enddarms sowie einem Test auf verstecktes Blut im Stuhl einmal jährlich. Ab dem 55. Geburtstag haben alle Versicherten im Rahmen der Krebsfrüherkennung Anspruch auf eine Darmspiegelung (Vorsorge- oder Präventions-Koloskopie), auch wenn keine Beschwerden vorliegen. Eine zweite Darmspiegelung findet dann 10 Jahre nach der ersten Untersuchung statt, falls diese ohne auffällige Befunde war. Bei auffälligen Befunden (Polypen) wird die Kontroll-Darmspiegelung früher, häufig schon nach ein bis zwei Jahren durchgeführt.

Ist in der Familie bereits Darmkrebs aufgetreten, sollte eine Koloskopie schon vor dem 55. Lebensjahr durchgeführt werden. Bei Auftreten einer sichtbaren Blutung beim Stuhlgang muss immer eine sofortige Abklährung erfolgen, unabhängig vom Alter des Betroffenen. Es handelt sich dann nicht um eine Vorsorge-Koloskopie, sondern um eine "diagnostische" Koloskopie, die von den Krankenkassen in jedem Lebensalter bezahlt wird.

Früh erkannt, hat Darmkrebs eine sehr gute Prognose und kann geheilt werden.

Welche Untersuchungen stehen zur Vorbeugung und Früherkennung zur Verfügung?

Tastuntersuchung des Enddarms (digitale rektale Untersuchung)
Hierbei wird der Enddarm durch den After mit dem Finger ausgetastet. Bei auffälligem Tastbefund im Enddarm muss sich zur weiteren Klärung eine Darmspiegelung anschließen.

Test auf verstecktes Blut im Stuhl (Okkultbluttest)
Beim Okkultbluttest werden 3 aufeinanderfolgende Stuhlproben im Labor auf verstecktes, mit dem bloßen Auge nicht erkennbares Blut untersucht. Der Nachweis von Blut im Stuhl bedeutet jedoch nicht zwangsläufig Darmkrebs, häufiger liegen andere Ursachen wie Hämorrhoiden, Darmpolypen oder Darmentzündungen vor. Auch Erkrankungen der Speiseröhre und des Magens können die Ursache sein. Bei Nachweis von Blut im Stuhl muss sich zur weiteren Klärung eine Darmspiegelung anschließen.

Darmspiegelung (Koloskopie)
Die Darmspiegelung ist die beste Methode zur Erkennung von Darmkrebs. Nur mit der Darmspiegelung kann ein Darmkrebs durch Entnahme einer Gewebeprobe nachgewiesen werden. Die Darmspiegelung ist aber gleichzeitig eine therapeutische Maßnahme: Dabei können Darmpolypen (Adenome) als mögliche Krebsvorstufen sofort entfernt (Polypektomie) und dadurch die Krebsentstehung verhindert werden.

Diagnostik

Welche Untersuchungen erwarten mich bei Darmkrebs ?

Besteht aufgrund der Beschwerden oder einer auffälligen Vorsorgeuntersuchung der Verdacht auf Darmkrebs, stehen verschiedene Untersuchungsmethoden zur Verfügung. Ziel dieser Untersuchungen ist es, festzustellen, ob tatsächlich ein Darmkrebs vorliegt, und falls dem so ist, wie weit dieser fortgeschritten ist.

Welche Untersuchungen im Einzelnen auf Sie zukommen, sollten Sie mit Ihrem behandelnden Arzt besprechen.

Untersuchungsmethoden zum Nachweis von Darmkrebs

Koloskopie (Komplette Darmspiegelung)
Die Darmspiegelung ist die aussagekräftigste Untersuchung des Dickdarms. Bei der Darmspiegelung wird das gesamte Dickdarminnere mit einem beweglichen Schlauch (Endoskop) ausgeleuchtet und auf Auffälligkeiten untersucht. Vorher muss der Darm durch Trinken einer speziellen Spüllösung (üblicherweise drei bis vier Liter am Tag vor der Untersuchung) gründlich gereinigt werden.

Nur durch die Darmspiegelung kann ein Darmkrebs durch Entnahme einer Gewebeprobe (Biopsie) sicher nachgewiesen werden. Mögliche Krebsvorstufen (z.B. Polypen) können bei dieser Untersuchung nicht nur erkannt, sondern auch gleich entfernt werden. Neben der Diagnosesicherung zeigt diese Untersuchung auch die genaue Lage und Beschaffenheit des Darmkrebses.

Rektoskopie und Endosonographie (Spiegelung und Ultraschalluntersuchung des Enddarms)
Als Rektoskopie wird die Untersuchung der letzten 15 cm des Darmes bezeichnet. Sie ist bei Mastdarmkrebs zusätzlich notwendig, um dem Chirurgen weitere wichtige Informationen über die Lage des Tumors zu geben. Hierbei kann eine Ultraschallsonde über den After in den Mastdarm eingeführt werden, um das Einwachsen des Tumors in die einzelnen Darmwandschichten und die benachbarten Lymphknoten zu beurteilen. Diese Untersuchung ist beim Mastdarmkrebs wichtig für die Entscheidung, ob eine Bestrahlung vor der Operation durchgeführt werden sollte.

Weiterhin gibt diese Untersuchung zusammen mit einer Funktionsbeurteilung des Schließmuskels wichtige Informationen, ob der Schließmuskel erhalten werden kann oder ob ein bleibender künstlicher Darmausgang angelegt werden muss.

Untersuchungen zur Erfassung der Tumorausbreitung - Staging

Neben den erwähnten Methoden zum Nachweis von Darmkrebs erfolgen vor einer möglichen Operation immer auch Untersuchungen zur Erfassung der Tumorausbreitung (Tumorstadium).

Sonografie (Ultraschalluntersuchung)
Der Ultraschall ist die einfachste Untersuchungsmethode, um innere Organe wie Leber, Nieren oder Milz darzustellen; sie ist risikolos, ohne Röntgenstrahlung und schmerzfrei. Bei Darmkrebs wird mit der Ultraschalluntersuchung des Bauchraums (Abdomen) geklärt, ob Absiedelungen (Metastasen) in anderen Organen vorliegen. Vor allem die Beurteilung der Leber steht dabei im Mittelpunkt.

Röntgen-Thorax (Röntgenbild der Lunge)
Diese Standarduntersuchung dient beim Darmkrebs neben der allgemeinen Beurteilung von Herz und Lunge zusätzlich der Suche nach möglichen Absiedelungen (Metastasen) in der Lunge. Bei verdächtigen Vergrößerungen wird sich zur weiteren Klärung eine Computertomografie des Brustkorbs anschließen.

Computertomografie (CT) und Magnetresonanztomographie (MRT)
Die Computertomografie und die Magnetresonanztomografie (auch Kernspintomografie genannt) sind spezielle Röntgenuntersuchung, bei der der menschliche Körper in Schnittbildern dargestellt wird. Bei Darmkrebs kann eine solche Untersuchung nicht nur den Darmtumor selbst, sondern auch mögliche Lymphknotenvergrößerungen oder Absiedelungen (Metastasen) in anderen Organen aufdecken.

Blutuntersuchungen
Die allgemeinen Blutuntersuchungen geben Hinweise auf den Zustand und die Funktion einzelner Organe wie Nieren oder Leber. Im Rahmen der Behandlung von Krebserkrankungen können zudem sogenannte "Tumormarker" bestimmt werden. Dabei handelt es sich um Substanzen, die zwar verstärkt von Tumorzellen gebildet werden, jedoch sehr unspezifisch sind und auch bei Gesunden vorkommen können. Weder schließt ein negativer oder normaler Tumormarker eine Krebserkrankung aus, noch beweist ein erhöhter Tumormarker eine Krebserkrankung. Tumormarker eignen sich vielmehr zur Kontrolle des Krankheitsverlaufs nach erfolgter Tumorentfernung, wenn sie zuvor erhöht waren. Im Rahmen der Tumornachsorge kann ein erneuter Anstieg dieses Tumormarkers dann auf einen Krankheitsrückfall hinweisen. Der wichtigste Tumormarker für Darmkrebs ist das CEA (karzinoembryonales Antigen).

Untersuchungen zur Erfassung des Operationsrisikos

Insbesondere bei älteren Patienten erfolgen vor einer Narkose und einem operativen Eingriff immer auch Untersuchungen zur Erfassung des Operationsrisikos.

Massnahmen zur Erfassung des OP-Risikos sind:

  • Vorbereitungsgespräch mit dem Narkosearzt (Anästhesisten)
  • Lungenfunktions-Tests
  • Kardiologische Untersuchung (EKG, Ultraschall des Herzens, sog. Echokardiogramm)
  • Gefäßuntersuchungen
  • Nieren- und Leberfunktionstests

Falls hierbei Auffälligkeiten entdeckt werden, kann ggf. vor der Operation durch geeignete Massnahmen das Risiko reduziert werden.

Dickdarmkrebs - Behandlung
Aufgaben des Dickdarms

Der Dickdarm ist ein Hohlorgan, das den Dünndarm rahmenförmig umgibt und ca. 1,5 Meter lang ist. Man unterscheidet den aufsteigenden Teil (Colon ascendens) mit dem Blinddarm (Coecum) und dem Wurmfortsatz (Appendix), der sich an den letzten Teil des Dünndarms (terminales Ileum) anschließt, den querliegenden Teil (Colon transversum), den absteigenden Teil (Colon descendens) und den s-förmigen Teil (Colon sigmoideum), der den Übergang in den Mastdarm (Rektum) darstellt. Der Mastdarm erstreckt sich bis zum Schließmuskel.

Aufgaben des Dickdarms
Die Aufgabe des Dickdarms besteht vor allem in der Wiederaufnahme (Resorption) von Wasser, Elektrolyten (z.B. Natrium, Kalium) und kurzkettigen Fettsäuren. So wird der Stuhlgang, der flüssig aus dem Dünndarm kommt, in seinem Volumen reduziert und zur Ausscheidung eingedickt.

Während der Magen und der obere Dünndarm steril sind, finden sich im Dickdarm Bakterien, die Faser- und Füllstoffe zerlegen können, die dann in Form von kurzkettigen Fettsäuren dem Körper wieder zugeführt werden können. Etwa 50 % der Stuhlmasse besteht aus solchen Bakterien.

Operation

Operationsvorbereitung
Am Tag vor der Operation (Aufnahmetag) wird der Darm komplett durch Trinken einer sogenannten Darmspüllösung gereinigt. Es müssen drei bis vier Liter dieser Lösung getrunken werden. Die Reinigung ist abgeschlossen, wenn die die Absonderungen aus dem After keine festen Bestandteile mehr enthalten und die Farbe von Kamillentee haben. Danach sollten Sie keine feste Nahrung oder gefärbte Getränke mehr zu sich nehmen. Um Ihren Ernährungszustand trotzdem durch Kalorienzufuhr optimal für die Operation vorzubereiten und Ihnen das Hungergefühl zu nehmen, erhalten Sie während und nach den Abführmaßnahmen ein spezielles Zuckergemisch (Maltodextrin) zu trinken.

Operationsarten

Entfernung des rechtsseitigen Dickdarms (Hemikolektomie rechts)
Liegt der Tumor im rechten Dickdarm, wird der aufsteigende Dickdarmanteil mit einem kurzen Teil des unteren Dünndarms (Ileum) bis über die rechte Dickdarmbiegung (rechte Kolonflexur) entfernt. Dies ist notwendig, da die Blutgefäße und das Lymphabflussgebiet mit entfernt werden müssen, um eine Streuung des Tumors zu verhindern. Damit ist die Durchblutung des betreffenden Darmabschnitts nicht mehr gewährleistet, so dass auch bei einem kleinen Tumor ein relativ großes Darmstück entnommen werden muss. Sie haben dadurch keine Nachteile, da die Aufgabe der Resorption schnell von den verbleibenden Darmanteilen übernommen wird.

Zusätzlich wird der am Dickdarm anhängende Anteil des großen Netzes, einer Fettschürze im Bauchraum, entfernt. Dies hat für Sie keinerlei Konsequenzen. Bei dieser Operation wird automatisch auch der Wurmfortsatz entfernt, der für die umgangssprachlich als "Blinddarmentzündung" bekannte Erkrankung verantwortlich ist.

Nach dieser Operation kann es durch den Wegfall der Klappe (Bauhin`sche Klappe, Ileocoecalklappe - befindet sich zwischen Dünn- und Dickdarm), die den Durchgang des dünnflüssigen Dünndarminhalts regelt, zu Durchfällen kommen, da der Dünndarminhalt jetzt kontinuierlich in den Dickdarm transportiert wird und dadurch Gallensäuren in den Dickdarm gelangen.

 

Entfernung des absteigenden Dickdarms (Hemicolektomie links)
Bei einer Tumorlokalisation im absteigenden Teil des Dickdarms wird analog der oben beschriebenen Hemikolektomie rechts eine Hemikolektomie links durchgeführt. Um das gesamte Abflussgebiet des Tumors zu entfernen, muss die linke Biegung und ein Teil des s-förmigen Dickdarms entfernt werden.

Bei der Hemikolektomie links kann es wegen der nachbarschaftlichen Lage zu einer Verletzung der Milz kommen. Ist die Blutung nicht zu stillen, muss die Milz entfernt werden. Sie haben dadurch keine Nachteile. Die einzige Konsequenz besteht darin, dass in diesem Fall eine Impfung gegen Bakterien, die bei fehlender Milz vom Körper schlechter abgewehrt werden können, empfohlen wird.#

 

Entfernung des querliegenden Dickdarms (Transversumresektion)
Liegt der Tumor in der Mitte des querliegenden Dickdarmteils, wird der querliegende Dickdarm zusammen mit der rechten und linken Biegung entnommen. Auch dies ist auf Grund der radikalen Entfernung der Blut- und Lymphgefäße zur Verhinderung einer Tumorstreuung nötig. Ebenfalls wird das anhängende große Netz entfernt, was für Sie keine Konsequenzen mit sich bringt.

Liegt der Tumor nahe einer der Biegungen (Flexuren) muss im Sinne der anatomischen Gegebenheiten durch die Blutversorgung und da der Tumor im Gebiet zweier verschiedener Lymphabflussgebiete liegt, im Hinblick auf die Radikalität (vollständige Entfernung des gesamten Abflussgebietes des Tumors zur Verhinderung einer Streuung von Tumorzellen) eine erweiterte Hemikolektomie links oder rechts je nach Lage des Tumors durchgeführt werden. Dabei wird zusätzlich zu dem Darmteil, der bei der Hemikolektomie der jeweiligen Seite entfernt wird, ein größerer Teil des querverlaufenden Darmes entnommen.

 

Entfernung des s-förmigen Dickdarms (Sigmaresektion)
Befindet sich der Tumor im s-förmigen Anteil des Dickdarms ("Sigma"), wird dieser Teil mit einem kleinen Teil des absteigenden Dickdarms und des oberen Teil des Enddarms entfernt. Hierbei kann es zu einer Verletzung des Harnleiters kommen, der anatomisch genau hinter dem Sigma verläuft. Sollte dies passieren, wird der Defekt vernäht und der Harnleiter vorübergehend mit einem Katheter geschient.

Operationstechnik

Der Zugangsweg zu den oben genannten Operationen erfolgt in der Regel durch eine mediane Längsschnittlaparatomie mit Umschneidung des Nabels, so dass dieser erhalten werden kann. Hierbei wird der Bauch von unterhalb des Brustbeins bis oberhalb der Schambein eröffnet. In der Tumorchirurgie ist es wichtig, einen guten Überblick zu haben, dass die Grenzen der Lymphabflussgebiete genau wahrgenommen werden können und somit die beste Chance besteht, dass sie vollständig entfernt werden können. Diese Eingriffe können auch minimalinvasiv laparoskopisch (Schlüssellochmethode) durchgeführt werden. Der einzige bewiesene Vorteil der Schlüssellochmethode ist lediglich ein besseres kosmetisches Ergebnis.

Nach der Inspektion des Bauchraumes und sorgfältiger Palpation der Organe der Bauchhöhle (insbesondere der Leber) wird der betroffene Darmanteil (s.o.) entfernt. Zur Wiederherstellung der Darmpassage werden die beiden verbliebenen Darmenden je nach anatomischen Gegebenheiten meist durch eine "End-zu-End-Anastomose" vereinigt. Dies kann in Handnahttechnik oder aber mit Klammernahtgeräten erfolgen. Die Titanklammern werden nicht wieder entfernt und werden von der Darmschleimhaut so überwachsen, dass sie keinerlei Probleme bereiten.

Bei der Sigmaresektion wird ein Teil des Klammernahtgeräts über den After eingeführt, während das Kopfteil des Gerätes in den Darm, der angeschlossen werden soll, eingeknotet wird. Diese Art der Anastomosierung nennt sich zirkuläres Staplerverfahren. Die Auslösung des Gerätes bewirkt eine dreifache, zirkuläre Klammernaht.

In Ausnahmefällen wird vorübergehend für einige Wochen ein künstlicher Darmausgang angelegt, um die Darmnaht zu entlasten und eine ungestörte Heilung zu ermöglichen. Es wird dann ein Dünndarmausgang (Ileostoma) angelegt, weil dieses problemlos in einem kleinen Eingriff nach Abheilung der Dickdarmnaht rückverlegt werden kann (siehe Seite Stomatherapie).

Nachdem die Darmnaht erfolgt ist, wird das Bauchfell und die Muskelschicht mit resorbierbarem Nahtmaterial genäht. Die Haut wird üblicherweise mit Klammern verschlossen, die wieder entfernt werden müssen.

Chemotherapie

Wann empfiehlt man eine Chemotherapie?

 

1. Nach der Operation (sog. Adjuvante Chemotherapie)
Die Durchführung einer Chemotherapie wird Ihnen empfohlen, wenn in der Untersuchung des Operationspräparats tumorbefallene Lymphknoten nachgewiesen werden konnten.
Trotz kompletter Tumorentfernung besteht in diesen Fällen die Möglichkeit, dass nicht alle Krebszellen durch die Operation entfernt wurden. Der Tumor hat möglicherweise bereits im Verborgenen gestreut. In diesem Fall haben große internationale Untersuchungen gezeigt, dass eine zusätzliche vorbeugende (man spricht von einer "adjuvanten") Chemotherapie das Rückfallrisiko deutlich senkt. Es existieren auch andere, spezielle Situationen, in denen man Ihnen eine vorbeugende Chemotherapie empfiehlt. Liegen solche Befunde vor, wird man mit Ihnen die Vor- und Nachteile einer Chemotherapie diskutieren und gemeinsam eine Entscheidung treffen. Die Dauer einer adjuvanten Chemotherapie beträgt ein halbes Jahr.

2. Vor der Operation (sog. Neoadjuvante Chemotherapie)
Bei lokal fortgeschrittenen Enddarmtumoren im mittleren und unteren Enddarmdrittel führt man in der Regel bereits vor der geplanten Operation eine sogenannte "neoadjuvante" Behandlung durch. Diese umfasst die Kombination aus Chemotherapie und Bestrahlung des Tumors (Radiochemotherapie). Ziel ist es in diesen Fällen, die Wahrscheinlichkeit des erneuten Tumorauftretens nach erfolgreicher Operation zu senken. Dies konnte in internationalen Studien nachgewiesen werden. Für die neoadjuvante Behandlung des lokal fortgeschrittenen Enddarmkrebses existiert auch die Möglichkeit der reinen Bestrahlung vor einer Operation, ohne Chemotherapie. Welches Schema in Ihrem Fall das Beste ist, sollten Sie mit Ihrem behandelnden Arzt besprechen.

3. Palliative Chemotherapie
Die sogenannte "palliative" Chemotherapie kommt zum Einsatz, wenn sich bereits Tochtergeschwülste (Metastasen) gebildet haben, beispielsweise in der Leber oder der Lunge. Ziel der Chemotherapie ist hier die Verbesserung der Lebensqualität und die Lebensverlängerung. In bestimmten Fällen können Metastasen durch eine Chemotherapie so eingeschmolzen werden, dass sie chirurgisch entfernbar werden. Dies ist zum Beispiel bei Leber und Lungenmetastasen möglich.

Wie erfolgt eine Chemotherapie?

Bei einer systemische Therapie werden die Medikamente über den Blutkreislauf im ganzen Körper verteilt und erfassen neben den sichtbaren auch die im Röntgen oder bei der Operation nicht sichtbaren Krebszellen.


Neben der "klassischen" Chemotherapie, den Zytostatika kommen heute Therapien zum Einsatz, die mittels biologisch aktiver Substanzen den Tumor gezielt bekämpfen. Dazu zählen beispielsweise monoklonale Antikörper und molekulare Therapien, die die Unterbrechung der für den Tumor wichtigen Signalwege bewirken.Die Behandlung erfolgt durch ein speziell hierfür ausgebildetes Team aus Arzt (Onkologe) und Pflegekräften.


Die Auswahl der zur Verfügung stehenden Medikamente hängt sowohl vom Stadium der Erkrankung als auch von Begleiterkrankungen und dem Allgemeinzustand des Patienten ab. Sie werden dabei überwiegend kombiniert in sogenannten Schemata angewendet (z. B. FOLFOX-Schema), können aber auch einzeln eingesetzt werden (Monotherapie). Prinzipiell ist die Chemotherapie ambulant durchführbar, sofern nicht gesundheitliche Gründe einen stationären Aufenthalt erforderlich machen. Die Verabreichung der Zytostatika erfolgt in der Regel über die Vene (intravenös). Der Einbau eines venösen Portkatheters unterhalb des Schlüsselbeins ist hierfür generell von Vorteil und für den Patienten angenehmer, bei Therapien, die als Dauerinfusion verabreicht werden sogar notwendig. Lediglich Capecitabin wird als Tablette eingenommen.

Welche Nebenwirkungen hat eine Chemotherapie?

Das Wirkprinzip der Chemotherapie ist die Zerstörung von Zellen, die sich schnell teilen. Neben den Krebszellen werden daher auch gesunde Gewebe in ihrer Zellvermehrung beeinträchtigt. Daraus können - müssen aber nicht - unterschiedliche Nebenwirkungen resultieren. Das Knochenmark, das weiße und rote Blutkörperchen sowie Blutplättchen bildet, reagiert besonders empfindlich, sodass es im Laufe der Therapie zu Blutarmut und einer Schwächung des Immunsystems kommen kann. Aus diesem Grund wird die Blutzusammensetzung (Blutbild) regelmäßig kontrolliert. Dabei kommt den weißen Blutkörperchen (Leukozyten), die der Infektionsabwehr dienen, eine besondere Bedeutung zu. So kann es vorkommen, dass die Therapie bei zu niedrigen Leukozytenwerten bis zur Erholung des Blutbilds unterbrochen werden muss

Eine weitere mögliche Nebenwirkung sind Übelkeit und Erbrechen. Jedoch können durch die vorsorgliche Infusion sogenannter Antiemetika (Medikamente gegen Übelkeit), die vor jeder Chemotherapie gegeben werden, Übelkeit und Erbrechen wirksam unterdrückt werden. Des Weiteren können Appetitlosigkeit, Geschmacksstörungen und Durchfälle auftreten.


Nach Abschluss der Therapie verschwinden die Nebenwirkungen wieder. Eine von vielen Patienten befürchtete Nebenwirkung stellt Haarausfall dar; bei den gegen Darmkrebs eingesetzten Medikamentenkombinationen ist jedoch kein vollständiger Haarausfall zu erwarten. Auf alle Fälle wachsen die Haare nach Ende der Behandlung wieder nach. Die oben erwähnten Antikörper sind im Allgemeinen gut verträglich. Da es sich um Eiweiße handelt, sind allergische Reaktionen möglich. Während Cetuximab zu akneförmigem Hautausschlag führen kann, ist bei Bevacizumab auf Blutungen und Thrombosen sowie auf Bluthochdruck zu achten.

Mastdarmkrebs - Behandlung
Mastdarmkrebs

Das Rektum ist der letzte Anteil des Dickdarms und ist ca. 15 cm lang. An seinem Ende ist der innere und der äußere Schließmuskel (Musculus sphincter ani internus und externus) angesiedelt, die für die Kontinenz (Halten des Stuhlgangs) verantwortlich sind. Die Aufgabe des Enddarms besteht vorwiegend in der Speicherfunktion des Stuhls. Die Entleerung wird durch das Darmnervensystem kontrolliert und durch die Füllung des Rektums mit Darminhalt stimuliert. Die Dehnung der Darmwand bewirkt reflektorisch einen Stuhldrang.

Operation

Operationsvorbereitung
Am Tag vor der Operation (Aufnahmetag) wird der Darm komplett durch Trinken einer sogenannten Darmspüllösung gereinigt. Es müssen drei bis vier Liter dieser Lösung getrunken werden. Die Reinigung ist abgeschlossen, wenn die die Absonderungen aus dem After keine festen Bestandteile mehr enthalten und die Farbe von Kamillentee haben. Danach sollten Sie keine feste Nahrung oder gefärbte Getränke mehr zu sich nehmen. Um Ihren Ernährungszustand trotzdem durch Kalorienzufuhr optimal für die Operation vorzubereiten und Ihnen das Hungergefühl zu nehmen, erhalten Sie während und nach den Abführmaßnahmen ein spezielles Zuckergemisch (Maltodextrin) zu trinken.

Operationsarten
Die Operationsart richtet sich nach dem Tumorstadium und der Tumorlokalisation. Bei fast allen Tumioren kann heute der Schließmuskel erhalten werden, sofern vor der Operation eine ausreichende Schließmuskelfunktion bestand. Nur in seltenen Fällen ist die Entfernung des Schließmuskels und die Anlage eines dauerhaften künstlichen Ausgangs notwendig. Hingegen musss sehr häufig vorübergehend ein künstlicher Ausgang für die Dauer von sechs bis 12 Wochen angelegt werden (siehe Seite Stomatherapie).

Lokale Excision
In den Fällen, in denen der Tumor sehr klein ist, nur die Schleimhautschicht befallen hat und keine vergrößerten Lymphknoten in der Endosonografie (Ultraschall des Mastdarmes) vorhanden sind, kann der Tumor durch lokales Ausschneiden durch den Afterkanal entfernt werden. Diese Methode wird "Transanale endoskopische Mikrochirurgie" genannt. In diesem Fall ist auch keine präoperative Radiochemotherapie erforderlich.

Anteriore Rektumresektion
Bei dieser Operation wird das Rektum mit einem Teil des Sigma (s-förmig verlaufender Darmanteil direkt über dem Rektum) entfernt. Meist wird zur Rekonstruktion der Passage die Darmnaht direkt am Schließmuskel durchgeführt, manchmal bleiben auch wenige Zentimeter Mastdarm erhalten. Bei Nähten direkt am Schließmuskel muss vorübergehend für einige Wochen ein Dünndarmstoma angelegt werden, um den Heilungsprozess der Naht nicht zu gefährden. Sie werden darüber in jedem Fall vor der Operation aufgeklärt.

Abdomino-perineale Rektumexstirpation mit Entfernung des Sphinkters
Liegt der Tumor zu nahe im Bereich des Schließmuskels, muss das gesamte Rektum mit dem Schließmuskel entfernt werden. Der After wird verschlossen und das Sigma als bleibender Darmausgang ausgeleitet.

Operationstechnik
Nach Inspektion der Bauchhöhle einschließlich Palpation aller Organe - insbesondere der Leber - wird der Enddarm präpariert. Um vor allem die Nerven, die die Blase und die Geschlechtsorgane versorgen, zu schonen wird in einer speziellen Schicht operiert, um das Fettgewebe und die Lymph- und Blutgefäße neben dem Rektum, das sogenannte Mesorektum, komplett zu entfernen (Totale Mesorektale Excision, TME). Dieses Verfahren erfordert große und langjährige Erfahrung. Trotzdem kann es zu Irritationen der Nerven kommen. So kann es zu Blasenentleerungsstörungen und zu Erektionsstörungen kommen.

Zur Wiederherstellung der Darmpassage nach der anterioren Rektumresektion werden die beiden verbliebenen Darmenden durch eine "End-zu-End-Anastomose" vereinigt. Dabei wird ein Teil des zirkularen Klammernahtgeräts über den After eingeführt. Diese Art der Anastomosierung nennt sich Staplerverfahren. Die Auslösung des Gerätes bewirkt eine dreifache, zirkuläre Klammernaht. Die Klammern werden nicht wieder entfernt und werden von der Darmschleimhaut so überwachsen, dass sie keine Probleme bereiten.
Bei tiefsitzenden Tumoren, die nahe dem After sind, muss die Naht von Hand durch den After erfolgen (coloanale Anastomose). In diesem Fall ist es notwendig, vorübergehend für einige Wochen einen künstlichen Darmausgang (Ileostoma) anzulegen, um die Naht zu schonen und die Heilung nicht zu gefährden (siehe Stomatherapie).

Muss eine perineale Rektumexstirpation durchgeführt erfolgen, wird nach der Präparation des Enddarms in der Bauchhöhle der Enddarm vom After her ausgelöst und die Wunde nach Einlage einer Drainage verschlossen. Anschließend wird an der vorher angezeichneten Stelle der Dickdarm als bleibender Ausgang ausgeleitet (siehe Stomatherapie).

Am Ende der Operation erfolgt der Verschluss des Bauchfells und der Muskelschicht mit resorbierbarem Nahtmaterial. Die Haut wird mit Klammern verschlossen, die wieder entfernt werden müssen.

Behandlungskonzept bei Mastdarmkrebs

Das moderne Behandlungskonzept beim Mastdarmkrebs beinhaltet bei fast allen Patienten eine Vorbehandlung vor der Operation mit Medikamenten und Bestrahlung ("neoadjuvante Radiochemotherapie") und eine Nachbehandlung nach erfolgter Operation mit Medikamenten ("adjuvante Chemotherapie"). Dies betrfifft Patienten, bei denen der Tumor schon weiter fortgeschritten, also schon tiefer in die Darmwand eingewachsen ist und bevorzugt Patienten mit Tumoren im mittleren und unteren Drittel des Mastdarmes.

Durch diese Vorbehandlung, die notwendige Pause zwischen Ende der Bestrahlung und der Operation und durch die Nachbehandlung erstreckt sich die gesamte Behandlungsdauer über einen längeren Zeitraum. Dennoch ist dieses Behandlungskonzept nicht nur sinnvoll, sondern notwendig, da dadurch die Chancen einer dauerhaften Heilung deutlich erhöht werden.

Falls der Tumor die Darmlichtung stark einengt (Stenose), kann es nötig sein, vor der Strahlenbehandlung vorübergehend einen künstlichen Dünndarmausgang (Ileostoma) in einem kleinen Eingriff durch die Schlüssellochmethode anzulegen. Dies ist notwendig, da die Darmwand während der Bestrahlung anschwillt und damit einen Darmverschluss bewirkt werden kann (siehe Seite Stomatherapie).

Neoadjuvante Radio-Chemo-Therpie
Sobald die Diagnostik abgeschlossen ist, erfolgt das Erstgespräch in der Strahlentherapie, in dem Sie Informationen über die geplante Behandlung erhalten. Wenn Sie der Behandlung zustimmen, wird ambulant ein Planungs-CT durchgeführt, welches zur Festlegung des Bestrahlungsfeldes dient.

Es sind insgesamt 28 Bestrahlungssitzungen mit einer Gesamtdosis von 50,4 Gy geplant. Wenn man von fünf Bestrahlungen pro Woche ausgeht, ergibt sich insgesamt eine Dauer von sechs Wochen.

Die neoadjuvante Radiochemotherapie kann unter teils stationären und ambulanten Bedingungen oder auch vollständig ambulant durchgeführt werden. 

Die ersten fünf Bestrahlungen - die reine Bestrahlungszeit pro Sitzung beträgt vier Minuten - werden meist stationär durchgeführt, weil gleichzeitig der erste Zyklus der Chemotherapie verabreicht wird. Sie erhalten über fünf Tage jeweils eine Infusion über 24 Stunden. Dies ist schonender für Ihren Körper als eine Bolusinfusion (Gesamtmenge in kurzer Zeit). Zur Chemotherapie erhalten Sie das Medikament 5-Fluoruracil (5-FU). Dieses wird in der Regel sehr gut vertragen. Die häufigsten Nebenwirkungen sind Müdigkeit, Schlafstörungen, Übelkeit, Durchfall und Entzündungen der Mundschleimhaut. Besonders der Übelkeit kann man durch die Gabe von vorbeugenden Mitteln effektiv begegnen. 5-FU verursacht keinen Haarausfall.

Nach Beendigung des ersten Chemotherapiezyklus erfolgen die weiteren Bestrahlungen für die nächsten drei Wochen ambulant. Die letzten fünf Bestrahlungen werden wieder, meist stationär, in Kombination mit der Chemotherapie durchgeführt.

Nach sechs Wochen Pause zur Erholung des Gewebes nach der Bestrahlung wird dann die Operation des Mastdarmes vorgenommen. Daran anschließend erfolgen zur Komplettierung noch vier Zyklen ambulante Chemotherapie über jeweils fünf Tage.

Neoadjuvante Radio-Chemo-Therapie des Rektumkarzinoms auf einen Blick
Woche 1
Über 5 Tage jeweils 24 Stunden kontinuierlich laufende Infusion der Chemotherapie (5-FU) (1. Zyklus) unter stationären oder ambulanten Bedingungen. Parallel dazu Bestrahlung mit einer Sitzung täglich.

Woche 2 bis 4 
Nach Abschluss der ersten fünftägigen Chemotherapie Fortsetzung der Bestrahlung ambulant mit fünf Sitzungen pro Woche.

Woche 5
Über 5 Tage jeweils 24 Stunden kontinuierlich laufende Infusion der Chemotherapie (2. Zyklus) parallel zu den letzten Bestrahlungen wieder stationär oder ambulant.

Woche 12
Nach sechs Wochen Pause zur Erholung des Gewebes nach der Bestrahlung wird die Operation durchgeführt; dazu werden Sie in der Visceralchirurgie (Station A41) aufgenommen.

Woche 16
Ca. 3 - 4 Wochen nach der Operation erfolgt erneut die über 5 Tage Infusion der Chemotherapie (3. Zyklus) unter ambulanten Bedingungen, üblischerweise in der Onkologischen Praxis.

Woche 20
Nach drei Wochen Pause erfolgt erneut die über 5 Tage Infusion der Chemotherapie (4. Zyklus) unter ambulanten Bedingungen.

Woche 24
Nach drei Wochen Pause erfolgt erneut die über 5 Tage Infusion der Chemotherapie (5. Zyklus) unter ambulanten Bedingungen.

Woche 28
Nach drei Wochen Pause erfolgt die letzte Serie der über 5 Tage Infusion der Chemotherapie (6. Zyklus) unter ambulanten Bedingungen.

Falls ein protektives Ileostoma (Dünndarmausgang zum Schutz der Darmnaht) bei tief gelegenem Tumor angelegt wurde, wird die Ileostomarückverlegung zwischen dem 3. und 4. Chemotherapie-Zyklus geplant, kann aber auch zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen.

Neoadjuvante Kurzzeit-Bestrahlung
In einzelnen Fällen kann eine sogenannte Kurzzeitbestrahlung durchgeführt werden. Hierbei werden in einer Woche fünf Bestrahlungen à 5 Gy durchgeführt, in der Woche darauf folgt dann sofort die Operation. Diese Methode wird allerdings nur gewählt, wenn schnell operiert werden muss z.B. bei Vorhandensein von Lebermetastasen oder bei Unverträglichkeit der Chemotherapie. Der Nachteil besteht darin, dass keine Tumorverkleinerung erreicht werden kann.

Nachsorge

Wie erfolgt die Nachsorge bei Darmkrebs?
Patienten mit einem Darmkrebs im UICC-Stadium-II oder -III (größere Tumoren oder bei Lymphknotenbefall) sollten eine spezielle Tumornachsorge bekommen. Bei Patienten im UICC-Stadium I ist das Risiko eines Rückfalls so gering, dass eine regelmäßige Nachsorge nicht erforderlich ist.

Die Tumornachsorge sollte von einer koordinierenden Stelle aus (Hausarzt, Tumorambulanz) unter Einbezug und laufender Orientierung der beteiligten Ärzte (Chirurg, Gastroenterologe, Onkologe, Radioonkologe, Radiologe etc.) geplant und organisiert werden. Vorausgesetzt wird eine vollständige Koloskopie vor der Darmoperation oder baldmöglichst nach der Darmoperation (vorzugsweise innerhalb der ersten 3 Monate).

Nach der operativen Tumorentfernung wird Ihnen mitgeteilt, ob und in welchem Umfang eine regelmäßige Tumornachsorge notwendig ist. Das primäre Ziel einer Nachsorge ist es, möglichst früh das Auftreten von neuem Tumorwachstum (Rezidiv) oder von Tochtergeschwülsten (Metastasen) zu entdecken und darauf zu reagieren. Auch bei einem Tumorrezidiv oder bei Auftreten von Metastasen gibt es meist gute Behandlungsmöglichkeiten. Hierbei spielen vor allem die ersten beiden Jahre nach der Operation eine wichtige Rolle, da innerhalb dieser Zeit das Risiko, erneut an dem Krebsleiden zu erkranken, am größten ist.

Das Risiko, erneut an Darmkrebs zu erkranken, sinkt mit den Jahren, sodass die Kontrollzeiträume mit der Zeit verlängert werden können und die Tumornachsorge in der Regel nach 5 Jahren beendet werden kann.

Was beinhaltet die Tumornachsorge?
Zur Basisnachsorge gehören das ärztliche Gespräch, die körperliche Untersuchung, die Kontrolle von Laborparametern im Blut, die Bestimmung des Tumormarkers CEA, eine Ultraschalluntersuchung der Bauchorgane sowie eine Röntgenaufnahme der Lunge. Diese Untersuchungen sollten beim Dickdarmkrebs in den ersten 3 Jahren alle 6 Monate, im 4. und 5. Jahr im jährlichen Rhythmus durchgeführt werden. Beim Enddarmkrebs werden die Untersuchungen im ersten Jahr in 3-monatigen Abständen empfohlen.

Ein weiterer fester Bestandteil der Nachsorge ist die Dickdarmspiegelung (Koloskopie). Beim Dickdarmkrebs empfiehlt man die Untersuchung nach dem 1. Jahr, 2. Jahr, 3. Jahr und 5. Jahr. Die Enddarmspiegelung (Rektoskopie) wird beim Enddarmkrebs im 1. Jahr in 3-monatigen Abständen, im 2. und 3. Jahr in halbjährlichen Abständen empfohlen. Im 4. und 5. Jahr gelten jährliche Abstände als ausreichend.


Für einen routinemäßigen Einsatz der Computertomografie (CT) innerhalb der Nachsorge gibt es derzeit keine festen Empfehlungen. Eine postoperative Computertomografie von Bauch und Becken kann beim Enddarmkrebs zur Erhebung einer Ausgangssituation 6 Monate nach der Operation durchgeführt werden.

Leistungsspektrum
Allgemein- und Visceralchirurgie

In der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie des St. Elisabethen-Klinikums, Ravensburg wird das gesamte Spektrum der modernen Allgemein- und Viszeralchirurgie mit Ausnahme der Organtransplantation angeboten; alle modernen Therapieverfahren sind etabliert. Es stehen 34 Betten für die stationäre Behandlung zur Verfügung.

Die Visceralchirurgie bedeutet die "Chirurgie der Eingeweide", also des Magen-Darm-Traktes von der Speiseröhre bis zum Enddarm; zudem gehört zu der Visceralchirurgie die Chirurgie bei Erkrankungen der Drüsen, also Schilddrüse, Nebenschilddrüse, Bauchspeicheldrüse, Nebenniere und auch Leber.

Ein Schwerpunkte der Abteilung ist die Onkologische Chirurgie, also die Chirurgie bei Tumorerkrankungen von Dickdarm und Mastdarm und anderen Organen wie Leber, Magen, Bauchspeicheldrüse, Schilddrüse, Thymus, Speiseröhre, Nebenniere. Eine herausragende Expertise besteht für die Behandlung des Mastdarm- und Dickdarmkrebses (Rektum- /Coloncarcinom). Außer den standardisierten Routineeingriffen werden auch komplexe Operationen bei fortgeschrittenen Tumoren mit Befall mehrerer Organe (sogenannte Multivisceralresektionen) oder auch Wiederholungseingriffe durchgeführt.

Für alle Patienten wird in der Interdisziplinären Tumorkonferenz zusammen mit Onkologen, Gastroenterologen und Strahlentherapeuten ein gemeinsames Therapiekonzept festgelegt. Neoadjuvante (Vorbehandlung vor Operationen mit Bestrahlung und Chemotherapie ) und adjuvante (Nachbehandlung nach Operationen) Therapiekonzepte sind feste Bestandteile unserer Therapiekonzepte. Auch Patienten mit Lebermetastasen werden in der Abteilung in hoher Frequenz operiert. Alternativ können Lebermetastasen auch interventionell mit Radiofrequenzablation in unserer Klinik behandelt werden.

Eine Spezialität der Abteilung ist die Transanale Endoskopische Mikrochirurgie (TEM): mit dieser Technik können gutartige (und in Ausnahmefällen auch bösartige) Tumoren des Mastdarmes ohne Bauchschnitt entfernt werden können.

Ein zweiter Schwerpunkt der Abteilung ist die chirurgische Therapie bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa), insbesondere die Pouchoperation und Fisteloperationen bei Morbus Crohn. Hierfür hat die Abteilung eine überregionale Reputation.

Die Minimalinvasive Chirurgie ("Schlüsselloch-Chirurgie") wird routinemäßig durchgeführt bei Erkrankungen der Gallenblase, Leistenbrüchen, Refluxerkrankung der Speiseröhre, Stuhlinkontinenz, gutartigen Erkrankungen des Dickdarms, der Nebenniere, Verwachsungen nach Operationen.

Ein weiterer Schwerpunkt der Abteilung ist die Behandlung von Patienten mit Stuhlinkontinenz, chronischer Verstopfung und anderen Stuhlentleerungsstörungen. Hierfür gibt es eine Spezialsprechstunde. Alle modernen Untersuchungsmethoden sind vorhanden, so dass für diese Patienten nach eingehender Diagnostik eine individuelles Behandlungskonzept erstellt werden kann. Viele dieser Patienten müssen operiert werden.

In der Abteilung wird auch die kinderchirurgische Grundversorgung (Leistenbrüche, Nabelbrüche, Hodenhochstand, Magenpförtnerenge und Vorhautverengung) durchgeführt.

Gastroenterologie

Die Diagnostik sowie die Behandlung und Therapie von Magen-, Darm-, Leber- und Stoffwechselerkrankungen bilden einen Schwerpunkt einer internistischen Klinik. Bei den Untersuchungsverfahren stehen dabei neben der Ultraschalldiagnostik des Bauchraumes vor allem die Endoskopie sowie Funktionstestungen im Vordergrund.

Die Ultraschalluntersuchung (Sonografie) ist mittlerweile zu einem unverzichtbaren Bestandteil in der Diagnostik der Gastroenterologie geworden, mit dem einfach und nicht belastend wichtige Informationen vom Körperinneren und den unterschiedlichen Organen erhoben werden können.

Mittels moderner Videoendoskope gelingt es uns heute, scharfe hochauflösende Videobilder vom gesamten Magen-Darmtrakt zu gewinnen. Dabei kann mittels einer Magenspiegelung (Gastroskopie) sowohl die Speiseröhre als auch der Magen und der obere Anteil des Dünndarms begutachtet werden. Bei der Darmspiegelung (Coloskopie) kann der gesamte Dickdarm untersucht werden und durch die Entfernung von kleinen Gewächsen (Polypen) kann eine effektive Verhinderung des Dickdarmkrebses herbeigeführt werden. Durch Einführung weiterer neuer moderner Geräte gelingt es mittlerweile auch, den kompletten Dünndarm zu endoskopieren.

Auch die Leber, Gallenwege sowie die Bauchspeicheldrüse sind der modernen Endoskopie zugänglich. Mittels der sogenannten ERCP (Endoskopisch-Retrograde Colangiopankreatikografie) können Gallengänge und Bauchspeicheldrüsengang dargestellt werden. Auf diese Weise können z. B. Gallensteine aus dem Gallengang beseitigt und ein gestörter Abfluss der Gallenwege wieder hergestellt werden.

Mit der Endosonografie gelingt es, eine genaue Darstellung der Wandstruktur und der Darmwand und der umgebenen Organe zu erreichen und damit z. B. eine exakte Stadieneinteilung von bösartigen Erkrankungen oder eine Abklärung unklarer Gewebestrukturen herbeizuführen.

Neben den "bildgebenden Verfahren" gibt es heute wichtige Funktionsuntersuchungen mit denen z. B. die Funktionsweise der Speiseröhre (Manometrie) oder Säuremessung in der Speiseröhre (pH-Metrie) durchgeführt werden können. Zusätzlich können mittels verschiedener Atemteste z. B. Milchzuckerunverträglichkeiten, Dünndarmfehlbesiedlungen oder auch Helicobacter pylori nachgewiesen werden.

Durch langjährig erfahrene Ärzte und zuverlässiges, gut ausgebildetes Pflegepersonal bieten die Gastroenterologie und Endoskopie höchsten Untersuchungskomfort und optimale Patientenbetreuung und Beobachtung (Monitoring) während und nach der Untersuchung. Durch die enge Zusammenarbeit mit der Chirurgie und der Radiologie, der Strahlentherapie und weiteren Institutionen des Krankenhauses St. Elisabeth bieten wir Ihnen auch in komplexen Fällen höchste Erfahrung und eine umfassende Betreuung an.

Bei der Aufarbeitung der Endoskope wird auf eine exakte Hygiene geachtet. Jeder Schritt der Endoskopieaufbereitung wird heute mittels exakter Geräte- und Personalkontrolle überprüft, um hygienische und infektiologisch saubere Endoskope einsetzen zu können.

Radiologie

Die Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie am St. Elisabethen-Klinikum führt sämtliche Arten der Röntgendiagnostik einschließlich Spezialverfahren durch, insbesondere Skelett- und Gelenkdiagnostik, Diagnostik der Thoraxorgane und Funktionsdiagnostik des Magen- und Darmtraktes. Hierbei werden vom geschulten Fachpersonal aktuelle Verfahren und moderne Geräte verwendet, wodurch eine effiziente Diagnostik ermöglicht wird. Gleichzeitig wird die Strahlenbelastung für den Patient auf ein Minimum reduziert. Im Rahmen des Brustzentrums wird die Mammografie (Röntgenuntersuchung der weiblichen Brust) angeboten. Die Abteilung erhält regelmäßig das QRR-Zertifikat (Qualitäts-Ring-Radiologie in der Mammografie).

Angiografie
Die Angiografie ist eine Röntgenuntersuchung der Gefäße, die durch ein Röntgenkontrastmittel sichtbar gemacht werden. Das Kontrastmittel wird in örtlicher Betäubung mittels Hohlnadel oder Katheter in die Arterie oder die Vene eingebracht. Damit können Arterien (Arteriografie) oder Venen (Phlebografie) dargestellt werden. Die Angiografie kommt bei der Diagnose von Gefäßverengungen, Gefäßverschlüssen oder Gefäßmissbildungen, bei der Tumordiagnostik, bei der Suche nach Blutungsquellen und bei der Nachkontrolle von operativen Eingriffen an den Gefäßen zur Anwendung.

Computertomografie
Bei der Spiralcomputertomografie (auch Helix-CT) liegt der Patient auf einer Liege, während eine Röntgenröhre in einer Schnittebene um ihn rotiert. Dabei werden Strahlen durch den Körper gesendet, die dabei, abhängig vom jeweiligen Gewebe, geschwächt bzw. absorbiert werden. Dies wird von Detektoren erfasst, die dann die Werte mit Hilfe eines Computers in ein kontrastreiches Bild umwandeln. So entstehen hochauflösende Bilder aus dem Körperinneren, auf denen Organe wie Herz, Leber und Niere sowie Knochen und Gefäße dreidimensional dargestellt werden können.

Kernspintomografie
Die Kernspintomografie oder Magnet-Resonanz-Tomografie (MRT) gehört, wie die Computertomografie, zu den Schnittbildverfahren. Dabei arbeitet die MRT jedoch mit einem starken Magnetfeld und Hochfrequenzwellen, d.h. sie benötigt keine Röntgenstrahlen und garantiert somit eine wenig belastende, patientenfreundliche Untersuchung. Die Hochfrequenzwellen sorgen dafür, dass der Körper selbst elektromagnetische Wellen abgibt, welche dann gemessen und mittels Computer in Querschnittsbilder des untersuchten Körperabschnitts umgewandelt werden. Die Schwerpunkte der MRT-Diagnostik sind die Untersuchung von Gehirn, Rückenmark und das Muskel-Skelett-System. Spezialverfahren sind die MR-Angiografie (Gefäßdarstellung), das Kardio-MRT (Herzuntersuchung), die MR-Cholangiografie (Darstellung der Gallenwege) und die MR-Mammografie

Interventionelle Radiologie
Zu den interventionellen radiologischen Verfahren gehören sowohl diagnostische als auch therapeutische Maßnahmen. Dabei werden in Lokalanästhesie (örtlicher Betäubung ohne Narkose) perkutan (durch die Haut) die unterschiedlichsten Verfahren angewendet. Die Vorteile gegenüber einem chirurgischen Eingriff bestehen in schneller Durchführbarkeit, Schmerzarmut und die raschem Heilungsverlauf.

Im Rahmen des Brustzentrums wird die stereotaktischer Lokalisation von krankhaften Befunden vor einer Operation sowie die stereotaktisch geführte Vakuumstanzbiopsie zur Untersuchung oder vollständigen Entfernung von Gewebe angeboten.

Einen Schwerpunkt bilden die Interventionen in der Angiografie. Sie umfassen die Gefäßdilatation (PTA-Gefäßaufdehnung) oder die Implantation von Stents (Gefäßstützen) bei Stenosen (Gefäßverengungen) oder Gefäßverschlüssen oder der Gefäßverschluss von nichtstillbaren Blutungen oder von krankhaften Gefäßen angewendet.

Einen weiteren Schwerpunkt bilden die interventionellen Verfahren in der Computertomografie. Hier können exakt gesteuert und risikoarm Gewebeproben entnommen oder Abszesse (Eiteransammlungen) mit einer Drainage behandelt werden. Bestimmte Nerven können lokalisiert und gezielt unterbrochen werden (Sympathikolyse). Leber- oder Lungentumoren können nach CT-gesteuerter Platzierung einer Spezialsonde durch Erhitzung zerstört werden: Radiofrequenz-Ablation (RFA).

Eine weitere interventionelle Maßnahme ist die perkutane Ableitung der Gallenwege.

Strahlentherapie und Afterloading

Unter Strahlentherapie (Radiotherapie) versteht man die Behandlung bösartiger und auch gutartiger Erkrankungen mit ionisierenden hochenergetischen Strahlen. Die Anwendung moderner Bestrahlungsgeräte (Linearbeschleuniger), die computergestützte dreidimensionale Bestrahlungsplanung durch Einsatz der Computertomografie und die individuelle Feldanpassung mittels Multileaf-Kollimator (MLC) erlauben eine hohe Zielgenauigkeit am Tumorgewebe und eine Schonung der benachbarten gesunden Organe und Gewebe. Die Wirksamkeit der Strahlentherapie am Tumorgewebe wird dadurch entscheidend verbessert und die Nebenwirkungen auf ein Mindestmaß reduziert. Das neueste Verfahren ist die IMRT (Intensitätsmodulierte Strahlentherapie).

Bei der Afterloading-Therapie erfolgt die Bestrahlung von innen, in dem eine Iridium-Strahlenquelle kurzzeitig in den Körper eingebracht wird (beispielsweise über einen Katheter) und die Bestrahlung in direktem Kontakt mit dem Tumor erfolgt. Dies bedeutet eine geringe Belastung für das umliegende Gewebe. Dieses Verfahren wird bei Speiseröhre, Luftröhre, Scheide und Gebärmutter eingesetzt.

Unsere stationären Patienten betreuen wir auf unserer Strahlentherapiestation. Somit sind wir in der Lage, Patienten, die ambulant bestrahlt werden, im Bedarfs- und Akutfall kurzfristig stationär aufnehmen zu können.

Medizinische Physik
Die Medizinische Physik berät in allen Belangen die in Zusammenhang mit ionisierender Strahlung auftreten, insbesondere des Strahlenschutzes für Patient und Personal. Im Bereich der Strahlentherapie werden computeroptimierte Behandlungspläne zur Bestrahlung von Tumoren berechnet.

 

  • Perkutane Bestrahlung
  • Afterloading
  • Station
  • Medizinische Physik
Tumortherapie - Onkologie

Ein herausragender Schwerpunkt der Klinik für Innere Medizin ist die Betreuung von Patienten mit Krebserkrankungen, insbesondere Tumoren des Verdauungstraktes, Lungentumore und Brusttumore sowie gutartigen und bösartigen Erkrankungen des Blut- und Lymphsystems.

Die Abteilung koordiniert die fachübergreifende Zusammenarbeit mit den anderen, in der Versorgung von Tumorpatienten beteiligten Abteilungen. (Tumorkonferenz, Qualitätszirkel Arbeitskreise, etc.)

Mit ihren 90 Betten sowie einer ambulanten Therapie-Einheit zählt die Abteilung für Innere Medizin zu einer von 12 als Onkologischer Schwerpunkt zertifizierten Zentren in Baden-Württemberg.

Das Spektrum der Behandlungen umfasst alle modernen Formen der onkologischen Therapien (Chemotherapie)

Zusätzlich kommen Therapien zum Einsatz, die mittels biologisch aktiver Substanzen den Tumor gezielt bekämpfen. Dazu zählen beispielsweise monoklonale Antikörper und sogenannte molekulare Therapien, die die Unterbrechung der für den Tumor wichtigen Signalwege bewirken. Auch diese neuen Methoden können - falls es die Indikation erlaubt - in die Behandlung integriert werden.

Die Patienten erhalten eine Behandlung nach den neuesten Therapiekonzepten und gemäß regelmäßig aktualisierter Richtlinien. 

Insbesondere nutzt das Expertenteam jede Form der sogenannten multimodalen Therapie, d.h. der individuell auf den Patienten abgestimmten Kombination aus Chirurgie, Strahlentherapie und Chemotherapie,.

Neben einer technischen hochmodernen Ausstattung und dem Einsatz innovativer und viel versprechender Methoden, gehört eine ausführliche Beratung und menschliches Engagement seitens des Ärzteteams zum Selbstverständnis der Onkologie.

Regelmäßig führt das Klinikteam Informationsveranstaltungen für Krebspatienten durch.

Auch stehen den Patienten auf Wunsch eine spezielle psychoonkologische Betreuung sowie naturheilkundliche Anwendungen wie Wickel und Aromatherapie zur Verfügung.

Palliativmedizin

Standort der Palliativstation ist das St. Elisabethen-Klinikum. Im Vordergrund der Behandlung steht die Linderung quälender Symptome und damit die Steigerung der Lebensqualität von Patienten mit einer weit fortgeschrittenen, nicht mehr heilbaren Erkrankung mit begrenzter Lebenserwartung. Dazu gehört vor allem die Behandlung von Schmerzen und anderer krankheitsbedingter Symptome, wie Atemnot, Übelkeit und Erbrechen, Verstopfung und Verwirrtheit. Das kann neben einer individuellen medikamentösen Behandlung durchaus eine Operation, eine Strahlentherapie oder eine Chemotherapie erfordern, um mit einer Verkleinerung des Tumors dem schmerzhaften Druck des wachsenden Tumors zu begegnen. Auf belastende diagnostische und therapeutische Maßnahmen, die nicht unmittelbar der Steigerung der Lebensqualität dienen, kann im Rahmen der Betreuung auf der Palliativstation verzichtet werden.

Ziel ist es, krankheits- und therapiebedingte Beschwerden zu lindern und wenn möglich, die Krankheits- und Betreuungssituation der Betroffenen so zu stabilisieren, dass sie wieder entlassen werden können.

Palliativbehandlung bedeutet aber auch die Besserung von Belastungen psychischer, sozialer und spiritueller Art. Die Betreuung auf der Palliativstation erfordert Umgang mit Angst, Depressionen und Hilflosigkeit der Patienten und Angehörigen. Ärzte und Pflegepersonal sind hier menschlich und zeitlich besonders gefordert. Unabdingbar ist in diesem Zusammenhang die Zusammenarbeit mit Seelsorgern, Sozialarbeitern und Psychologen, ergänzt durch ehrenamtliche Hospizhelfer.

Weitere Angebote
Postoperative Behandlung

Nach der Operation werden Sie im Aufwachraum betreut. Dort wird auch die Einstellung der Schmerzen meist mittels einer Schmerzpumpe, die Sie, sobald Sie wieder vollständig wach sind, selbst nach Bedarf bedienen können. Diese Pumpe werden Sie einige Tage behalten. In dieser Zeit werden Sie durch speziell ausgebildete Schmerztherapeuten (Anästhesieärzte) betreut, die jeden Tag die Therapie an die von Ihnen angegebene Schmerzintensität anpassen. Hierzu werden Sie gebeten, die Schmerzintensität gemäß einer visuellen Analogskala, zu beurteilen. Hierbei bedeutet "0" kein Schmerz und "10" den größten Schmerz, den Sie sich vorstellen können.

Ist die Schmerzpumpe nicht mehr nötig und die Darmpassage wieder in Gang, erfolgt die Umstellung auf Tabletten.

Nach wenigen Stunden werden Sie im Allgemeinen wieder auf die chirurgische Station verlegt. Falls bei Ihnen schwere innere Begleiterkrankungen vorliegen oder bei unvorhersehbaren Ereignissen während der Operation (z.B. Blutverlust) kann zur Stabilisierung Ihres Kreislaufs oder zur engmaschigen Überwachung eine Verlegung auf die Wach- oder Intensivstation notwendig werden

Stomatherapie

Im Darmzentrum der Oberschwabenklinik arbeiten ausbebildete Stomatherapeutinnen, die unsere Patienten vor und nach der Operation beraten, betreuen und im Umgang mit dem Stoma schulen.

Mehr zum Thema Stomatherapie

Psychoonkologie

Im Sinne eines ganzheitlichen Behandlungskonzepts möchten wir der Psyche zwischen den oft belastenden körperlich orientierten Therapien einen besonderen Raum geben. Wir wissen heute, dass sich Körper und Seele wechselseitig beeinflussen. Geht es der Seele gut, hat dies einen positiven Einfluss auf den Körper, was wichtig für den Heilungsprozess sein kann.

Mehr zum Thema Psychoonkologie

Seelsorge

Weiterhin zu unserem Team gehört die Seelsorge. Hier werden Sie durch einen katholischen und einen evangelischen Geistlichen sowie zwei Seelsorgeschwestern betreut.

Zur Seelsorge

Sozialberatung

Da Sie ebenfalls einen Anspruch auf eine sozialrechtliche Beratung haben, gehört es zu unserem Programm, für Sie ein Gespräch mit den Mitarbeitern unseres Sozialdienstes zu organisieren.

Hier können Sie sich über eine Rehabilitation, die Ihnen im Anschluss an die Operation oder einer gegebenenfalls notwendigen Chemotherapie zusteht, informieren. Falls Sie sich für eine Rehabilitation entscheiden, erfahren Sie etwas über die Angebote geeigneter Kliniken und bekommen Unterstützung bei der Antragsstellung.

Des weiteren erhalten Sie Informationen über Vergünstigungen, die Ihnen durch Ihre Erkrankung zustehen und wie Sie diese beantragen können. Sollten Sie eine Haushaltshilfe benötigen oder Fragen zur Beantragung von z.B. Übergangsgeld oder Fahrtkostenbefreiung haben, ist ebenso der Sozialdienst Ihr Ansprechpartner.

Zur Sozialberatung

Ernährungsberatung

Wir legen Wert darauf, dass Sie möglichst bald wieder mit der oralen Aufnahme von Flüssigkeit und Nahrung anfangen, um die Darmbewegungen anzuregen. Bereits am Tag nach der Operation beginnen Sie mit Tee, Suppe und Joghurt. Wenn nach abführenden Maßnahmen am 2. postoperativen Tag die Darmpassage wieder in Gang gekommen ist, erfolgt ein rascher Kostaufbau mit geeigneten, nicht blähenden Speisen. Als "milde" Gemüsesorten können hier insbesondere Zucchini, Karotten, Rote Bete, Sellerie, fein pürierter Spinat, Steckrübchen und Fenchel verwendet werden.

Gut bekömmlich sind auch feinfaserige Fleischsorten wie feiner Fleischkäse, Geflügelfleischbällchen, Hacksteak, Haschee oder Bratwürste. Außerdem können Sie bedenkenlos Kartoffeln, Nudeln und Reis sowie klare Suppen mit Einlage (Haferflocken, Gries, Nudeln) genießen. An Fruchtsorten ist in erster Linie die Banane empfehlenswert, die noch dazu sehr kaliumreich ist, außerdem auch Apfelmus und sonstige gekochte Früchte als Kompotte. Zitrusfrüchte wie z.B. Ananas werden auf Grund des Säureanteils eher schlecht vertragen. Desserts wie Pudding, Gelee- und Joghurtspeisen sind sehr gut für den Kostaufbau geeignet.

Vermeiden sollten Sie in der ersten Zeit vor allem blähende Gemüsesorten wie alle Kohlarten, Broccoli, Schwarzwurzel, Spargel, Tomaten sowie Rohkost- und Blattsalate. Wegen des hohen Anteils an Ballaststoffen ist es ratsam zunächst auf Müsli und Vollkornbrot - so lange bis die Magen-Darmpassage wieder einwandfrei funktioniert - zu verzichten. Im Laufe des stationären Aufenthaltes wird eine individuelle Ernährungsberatung stattfinden. Allgemein kann jedoch gesagt werden, dass Sie nach Abschluss der Rekonvaleszenzphase all das, was Ihnen schmeckt, wieder essen können.

Selbstverständlich ist eine Diät aufgrund einer anderen Erkrankung, z.B. Diabetes mellitus, weiterhin erforderlich.