„Lasst die Finger von diesem Teufelszeug“ - Patienten berichten vor Schülern über die gesundheitlichen Folgen des Rauchens

120 Schüler der Realschule Markdorf haben eine Veranstaltung gegen das Rauchen im St. Elisabethen-Klinikum in Ravensburg besucht. Drei Patienten berichteten über ihre Erfahrungen. Der Schreck war den Schülern mitunter ins Gesicht geschrieben. Vor ihnen saß eine gerade 18-Jährige. Sie erzählte, dass sie vor knapp drei Wochen keine Luft mehr bekommen hat. Neben ihr hatte eine ältere Dame im Rollstuhl Platz genommen. Ihr musste der rechte Unterschenkel amputiert werden. Ein etwa 70-Jähriger Patient, berichtet über seine Probleme mit dem Atmen und dem Herzen, an denen er seit langem leidet. Ursache bei allen: Das Rauchen!

Der Patient erzählte den Jugendlichen, dass er über 40 Jahre lang zwei bis drei Schachteln Zigaretten pro Tag geraucht hat. "Früher, als ich im Büro saß, habe ich Zigarette nach Zigarette geraucht. Selbst während des Telefonierens habe ich mir eine neue Zigarette angezündet", berichtet er. Seit zehn Jahren rauche er nicht mehr, "aber die Krankheiten sind immer noch da". Mit Luftnot kam er vor kurzem in das Klinikum. "Zum Glück rechtzeitig", sagte er, denn sein Herz wurde nicht mehr durchblutet. In seinem Herzen hat er nun, wie er sagte, "vier Ersatzteile", sogenannte "Stents". "Ich habe weiterhin Herzprobleme, mit diesen Konsequenzen muss ich leben", erklärte er den Schülern. Sein Appell: "Nehmt das Thema ernst, fangt nie mit rauchen an und legt das Teufelszeug beiseite."

"Schon mit 13 Jahren, also in eurem Alter, fing ich das Rauchen an. Vor kurzem hatte ich eine beidseitige Lungenentzündung", schilderte die 18-Jährige Patientin ihren Leidensweg. "Ich konnte nicht mehr stehen und mich kaum bewegen. Alles hat weh getan. Während dieser Zeit habe ich zehn Kilo abgenommen. Ich bin zweimal körperlich zusammen gebrochen", berichtete sie weiter. Vor nicht einmal drei Wochen dann der dritte Zusammenbruch. "Ich bekam plötzlich keine Luft mehr. Das war ein furchtbares Gefühl." Auch sie wurde rechtzeitig ins Klinikum gebracht. "Ich rate euch sehr, nicht mit dem Rauchen anzufangen", appellierte sie an die Schüler.

Die ältere Dame muss in einem Rollstuhl sitzen, da sie mit ihrer neuen Prothese nicht sehr lange stehen kann. Auch sie hat als Jugendliche angefangen zu rauchen. "Die Sucht war immer da, genauso die Glücksmomente, die ich durch das Rauchen erhielt. Glücklich sein durch das Rauchen ist aber keine Lösung", erklärte sie und fügte hinzu: "Lasst die Finger von den Zigaretten".

Wie Glücksmomente schnell in ein schweres Schicksal umschlagen können, verdeutlichte Dr. Dominik Jost, Chefarzt der Klinik für Gefäß-, Endovascular- und Thoraxchirurgie. Er erklärte, wie es zu Gefäßverengungen kommen kann. Die Organe sowie Beine und Arme würden nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt. Dadurch bekämen die Muskeln zu wenig Sauerstoff, das Gewebe stirbt ab. So kann es passieren, dass ganze Extremitäten amputiert werden müssen, erläuterte der Chefarzt.

Prof. Dr. Florian Seeger, Chefarzt der Klinik für Kardiologie und internistische Intensivmedizin, erklärte den Schülern welche Herzkrankheiten durch das Rauchen ausgelöst werden können. Menschen, die rauchen, hätten ein höheres Herzinfarktrisiko als Nichtraucher.

Der Chefarzt der Klinik für Innere Medizin, Prof. Dr. Günther J. Wiedemann, erklärte den Schülern, weshalb Raucher sehr schnell abhängig werden. Prof. Wiedemann, der Initiator der Anti-Raucher-Veranstaltungen, möchte erreichen, dass die Schüler die Folgen des Rauchens verstehen und durch eigene Überzeugung nie mit dem Rauchen anfangen werden.

Moderiert wurde die Veranstaltung von der 17-Jährigen Schülerin Victoria Krug des Welfen-Gymnasiums in Ravensburg.




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