Ausgediente Geräte des EK sind anderorts noch eine wertvolle Hilfe

Das St. Elisabethen-Klinikum spendet an soziale Hilfsorganisationen. Babywaagen, Pflaster, Desinfektionsmittelspender, Verbandsmaterial, Infusionsständer, Wärmestrahler, Stethoskop und einiges mehr an Klinikmobiliar und –ausstattung ist nach dem Umzug des Kinderkrankenhauses und der Gynäkologie in ihre Räume im neuen EK an den seitherigen Orten übrig geblieben. Anstatt die noch gebrauchsfähigen Gegenstände auf den Müll zu werfen, spendet die Oberschwabenklinik die ausgedienten medizinischen Geräte, Möbel und Kleidungsausstattungen an soziale Projekte auf der ganzen Welt.

Die ehemaligen Auszubildenden der Kinderkrankenpflege am EK, Stephanie Maier und Merit Springer, machen in Kenia derzeit ein freiwilliges soziales Jahr und arbeiten im "Projekt Schwarz-Weiß". Seit 1997 gibt es den gemeinnützigen anerkannten Verein, der sich für Kinder in Not einsetzt. Sie wussten über den Umzug in Ravensburg Bescheid und haben sich Gedanken gemacht, was das Nice View Medical Center in Kenia gebrauchen könnte. Neben Wärmestrahler, Möbel, Kinderkleidung, Desinfektionsmittel und vielem mehr, bekamen sie auch Verbandsmaterial.

Des Weiteren gingen Spenden nach Rumänien, Burkina Faso und an das DRK. Die Rumänien-Hilfe setzt sich seit Jahren für die ärmsten Menschen in diesem Land ein. Sie unterstützt unter anderem Schulen, Kinderheime und Krankenhäuser. Dem Verein Pro-Burkinabé e.V. konnte die OSK viele nützliche Materialien und Gegenstände zur medizinischen Versorgung der Schwangeren und Kranken überlassen.

Eine weitere große Spende ging an die Missionsstation Ifunda, die zur Diözese Iringa mitten in Tansania gehört. Krankenschwester Monika Blaser, die für ihr außergewöhnliches Engagement in Tansania das Bundesverdienstkreuz erhalten hat, sammelt zusammen mit ihrem Ehemann Horst Blaser für ihr Projekt "Kinderhilfe Tansania" seit 20 Jahren ehrenamtlich Sach- und Geldspenden für Kinder mit Klumpfuß-Missbildungen und die "Feuerkinder". Die Knochenmissbildungen werden durch Mangel- und Fehlernährung (Vitamin D Mangel und Fluorose) hervorgerufen. In Tansania wird noch an offenen Feuerstellen in den Hütten gekocht. Unbeaufsichtigte Kinder können sich verheerende Brandwunden zuziehen und werden deshalb "Feuerkinder" genannt. Die Folgen sind großflächige und entstellende Narbenbildungen, die zu schweren Gelenksversteifungen führen und dauerhaft den Erwerb für das Lebensnotwendige erschweren oder unmöglich machen können. Mittlerweile stellen angelernte tansanische Handwerker Öfen her, um solche Verbrennungen bei Kindern zu vermeiden.

Chirurgenteams aus Deutschland verwenden ihren Jahresurlaub, um die Patienten kostenlos zu operieren. Bei den OP-Einsätzen werden sowohl Klumpfüße operativ behandelt als auch Verbrennungsnarben plastisch versorgt. Der nächste OP-Einsatz findet im Februar 2018 statt. Um den OP-Einsatz vorzubereiten waren Monika und Horst Blaser, Doris Dengg und Elisabeth Auer, Krankenschwester in der Unfallchirurgie des EK, im November drei Wochen in Ifunda. Doris Dengg, Gründungsmitglied im Ravensburger "Ladies´ Circle", wollte schon nach ihrem Abitur Entwicklungshilfe in Afrika leisten. Jetzt hat es geklappt und sie freut sich "Freude und Licht in das Leben der Kinder zu bringen". Alle engagieren sich für das Projekt ehrenamtlich.

Wenn die OP-Teams wieder in die Heimat zurückkehren, müssen tansanische Ärzte und Krankenschwestern die Nachbehandlung der Kinder sichern. Die Behandlung sowie Medikamente und medizinische Hilfsmittel können sich die Eltern oft nicht leisten. Auch dafür werden Spendenmittel eingesetzt. Zum Beispiel werden Verbandmaterialien und medizinische Geräte per Container aus Deutschland nach Ifunda versandt.

Als Doris Dengg die Umstände vor Ort sah, schilderte sie diese ihrem Mann Thomas Dengg noch am Telefon. Thomas Dengg ist niedergelassener Gynäkologe und arbeitet in Teilzeit als Oberarzt am EK, wo er schon seit 20 Jahren tätig ist. Nach dem Anruf seiner Frau hat er bei Chefärztin Dr. Martina Gropp-Meier angerufen, ob es Geräte oder ähnliches aus der alten Gynäkologie oder dem alten "Niki" gibt, die man nach Afrika spenden könnte. Über die Spendenzusage freuten sich Monika und Horst Blaser sehr. Unterstützung erhielten sie von Dr. Rainer Fischbach, Handchirurg und Dr. Uwe Heitz, pensionierter Allgemeinmediziner. Mit drei Lastwagen haben sie unter anderem Untersuchungsliegen, Waagen für Babys, ein Entbindungsbett sowie Überwachungsmonitore abtransportiert. Mit dem nächsten Container gehen die Güter nach Ifunda.

Thomas Dengg hat bei seinem Geburtstag anstatt Geschenken 5000 Euro an Spenden bekommen, mit denen in Tansania zwei Öfen in einem "Küchenhaus" errichtet werden konnten. Im kommenden Jahr will der Ravensburger Gynäkologe selbst nach Tansania reisen und Hilfe leisten.

Spenden sind jederzeit herzlich willkommen.

Homepage: www.klumpfuss-feuerkinder.de

Kontodaten:
Kinderhilfe Tansania
Raiffeisenbank Reute - Gaisbeuren eG
IBAN: DE82 6006 9350 0023 2100 28




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