OSK-Krankenhäuser sind auf Demenzpatienten eingerichtet

Das St. Elisabethen-Klinikum (EK) in Ravensburg ist eines von nur 15 Akutkrankenhäusern deutschlandweit, das in das Modellprogramm „Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz“ aufgenommen worden ist. Ins Leben gerufen wurde das Programm durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Das EK erhält eine Förderung von 10.000 Euro über zwei Jahre. Seit dem Start des Programms im Jahr 2012 sind 500 „Lokale Allianzen“ in Deutschland entstanden, darunter die Ravensburger.

Auf der akutgeriatrischen Station C31 wird besonders auf Menschen mit Demenz eingegangen. V.l.n.r Stationsleiter Markus Heilig, Pflegeexpertin Mareike Gögler, Leiterin Pflege- und Prozessmanagement Sarah Huber, Oberarzt der Akutgeriatrie Sven Zerrer und stellvertretender Stationsleiter Guido Löw.

Verschiedene Organisationen wie Kommunen, Vereine, Kirchen, Mehrgenerationshäuser, Krankenhäuser oder auch kulturelle Einrichtungen bilden im Zuge des Programms Netzwerke, um den Alltag von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen dauerhaft zu verbessern. Aktuell sind rund 1,5 Millionen Menschen in Deutschland an irgendeiner Form der Demenz erkrankt.

Betrachtet man den demographischen Wandel, könnte diese Zahl in den nächsten Jahren deutlich anwachsen. Darauf müssen sich auch Akutkrankenhäuser vorbereiten. "Im Neubau des St. Elisabethen-Klinikums setzen wir diesen Ansatz bereits um. Dort entsteht eine Station für hochbetagte Patienten mit akutgeriatrischem Behandlungsbedarf. Auch eine Station für Alterspsychiatrie des Zentrums für Psychiatrie ist zukünftig im EK untergebracht", erläutert Dr. med. Jan-Ove Faust, Direktor Medizin und Pflege der Oberschwabenklinik (OSK). Die OSK arbeitet zusammen mit ihren Netzwerkpartnern des Dezernats für Arbeit und Soziales des Landkreises Ravensburg und der Selbsthilfegruppe für Angehörige von Menschen mit Demenz an Strukturen, um die Versorgung von Menschen mit Demenz während des Aufenthaltes im Krankenhaus und auch danach zu verbessern.

Im Klinikalltag stellt die Versorgung von Menschen mit Demenz erhöhte Anforderungen an die Mitarbeiter und den Krankenhausbetrieb. Bei einer Fortbildungsreihe, die bereits im März im EK in Ravensburg gestartet ist, sind alle Berufsgruppen der OSK, die Umgang mit Patienten mit Demenz haben, angesprochen worden. Ziel dieser Fortbildungen ist es, bei allen Beteiligten das Wissen, die Sensibilität und Achtsamkeit im Umgang mit dieser speziellen Patientengruppe und ihren Angehörigen zu fördern und zu erhöhen.

"Die Fortbildungen wurden sehr gut angenommen. Viele Pflegefachkräfte und medizinisches Personal interessierten sich für die vielfältigen Themen. Aber auch Mitarbeiter von nicht-medizinischen Abteilungen, wie dem Empfang oder der Sozialberatung besuchten die Vorträge. Für sie geht es darum, mehr Sicherheit im Umgang mit Patienten mit Demenz zu gewinnen", erklärt Mareike Gögler, Pflegeexpertin der OSK.

"Menschen mit Demenz erinnern sich besser an Dinge aus ihrer Vergangenheit als an aktuelle Ereignisse. Durch vertraute Erinnerungen bekommen sie etwas Sicherheit zurück und fühlen sich wohler", sagt die Pflegeexpertin, die auch als Koordinatorin der ODEM-Gruppe der OSK aktiv. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter der ODEM-Gruppe helfen Menschen mit Demenz, sich in der ungewohnten Situation im Krankenhaus besser zurecht zu finden.

Mit den Fördergeldern konnten dafür verschiedene Beschäftigungsmaterialien speziell für Patienten mit Demenz beschafft werden. Darunter sind ergonomisch geformte Gesellschaftsspiele, Bücher und Musikstücke. Auch Kartensets mit Bildern von bekannten Persönlichkeiten der letzten Jahrzehnte sind enthalten. "Für unsere Mitarbeiter und die ehrenamtlichen Helfer haben wir spezielle Schulungsmaterialien und eine Sammlung von Fachliteratur beschafft, die sie sich jederzeit ausleihen können", ergänzt Mareike Gögler.

Die Fortbildungsreihe mit interessanten Schwerpunkten zum Thema Demenz wird im Herbst im Westallgäu-Klinikum in Wangen fortgesetzt. Eingeladen sind neben dem medizinischen Personal auch ehrenamtlich Tätige, Angehörige und alle interessierten Bürgerinnen und Bürger.

Altersmedizin im St. Elisabethen-Klinikum:
Im St. Elisabethen-Klinikum liegen zukünftig die Station für Akutgeriatrie der Oberschwabenklinik und die Station für Alterspsychiatrie des ZfP Südwürttemberg Tür an Tür nebeneinander. Zusammen bilden sie ein Zentrum für Altersmedizin, welches in der Region bisher einmalig ist. Ihre Einrichtung ist auf die Versorgung und Betreuung demenzkranker Patienten ausgerichtet.




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