Ärztefortbildung mit Live-Einsatz

Im EK haben sich Ärzte aus Krankenhäusern und niedergelassenen Praxen auf Einladung von Prof. Dr. Dietmar Bengel zu einer Fortbildung getroffen. Thema war der akute Schlaganfall und dessen Behandlungskette vom Notarzt als Ersthelfer über die Akuttherapie im Schlaganfallzentrum bis hin zur Nachsorge beim niedergelassenen Facharzt. Dr. Alfons Bernhard, einer der Referenten, ist während der Veranstaltung zu einem Notfall gerufen worden. Nur kurze Zeit später konnte er aktuell von der erfolgreichen Therapie berichten.

Dr. Alfons Bernhard behandelte während einer Ärztefortbildung ergolgreich eien Schlaganfallpatientin. Anschließend konnte er dem Auditorium Details dieses Eingriffs schildern.

Prof. Dr. Dietmar Bengel hat die Fortbildung organisiert.

Dr. Alfons Bernhard, Chefarzt der Klinik für Diagnostische und Interventionelle Neuroradiologie am EK, wollte in seinem Vortrag die Möglichkeiten seines Fachs bei der Behandlung eines Schlaganfallpatienten darstellen. Dann wurde er eben von diesem Thema eingeholt. Er wurde zu einem Notfall gerufen. Eine Frau Mitte 40 hat einen akuten schweren Schlaganfall erlitten. Der Notarzt brachte ihn in das Schlaganfallzentrum am EK. In der Notaufnahme wurde nach der schnell erfolgten Bildgebung die Diagnose gestellt: Ein Blutgerinnsel hat eine wichtige Hirnarterie verschlossen. Mittels einer Thrombektomie gelang es Dr. Bernhard und seinem Team, den Thrombus aus dem Gefäß zu entfernen und so die Durchblutung des betroffenen Hirnabschnittes wieder herzustellen.

Bei der Thrombektomie wird ein sehr dünner Katheter durch die Leiste direkt zu dem verschlossenen Gefäß im Gehirn geführt. Ein filigraner Maschendraht, der sogenannte Stent-Retriever, wird in dem Gefäß aufgedehnt. Dann umschließt er das Gerinnsel, das beim Herausziehen des Stent-Retrievers komplett entfernt wird. Dieses Verfahren wird im weiten Umkreis nur am EK durch die Neuroradiologen um Dr. Alfons Bernhard durchgeführt. Neue Studien belegen, dass die Thrombektomie im Vergleich zur herkömmlichen Lyse-Therapie ein deutlich besseres Behandlungsergebnis beim Verschluss großer Arterien liefert. Nach dem gelungenen Eingriff konnte Dr. Bernhard brandaktuell Details schildern. Durch die Wiedereröffnung einer Hauptarterie des Gehirns bildete sich eine schwere einseitige Lähmung vollständig zurück.

Dieser Fall veranschaulichte das Thema dieser Fortbildung in idealer Weise. Ein Schlaganfall ist ein medizinischer Notfall, bei dem Zeit der entscheidende Faktor ist. Time is brain - Zeit ist Gehirn - lautet das Schlagwort. Je schneller der Schlaganfallpatient in eine geeignete Klinik mit einer Stroke Unit gebracht wird, desto besser sind seine Chancen.

Die Stroke-Unit am EK unter der Leitung Prof. Dr. Dietmar Bengel wurde von der Deutschen Schlaganfallgesellschaft und der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe als überregionaler Schlaganfallschwerpunkt zertifiziert und ist eines von neun Schlaganfallzentren in Baden-Württemberg. Personell und technisch sind am EK die Voraussetzungen gegeben, um Schlaganfall-Patienten mit den notwendigen medizinischen Maßnahmen zu versorgen. Dazu gehören strukturelle Qualitätskriterien, die regelmäßig überprüft werden sowie ein Behandlungsteam aus speziell geschulten Pflegekräften, Ärzten und Therapeuten (Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie). Rund 1200 Patienten sind im vergangenen Jahr mit der Diagnose Schlaganfall ins EK geliefert worden.

Die Nachbetreuung von Schlaganfallpatienten ist aber auch von wesentlicher Bedeutung. Was für den ersten Schlaganfall ursächlich war, ist es auch beim zweiten. Niedergelassene Neurologen und Kardiologen arbeiten hier eng mit behandelnden Hausarzt und der Klinik zusammen. 90 Prozent der Folgeschäden sind potentiell durch Umstellung des Lebensstils beeinflussbar. Dazu gehören eine gesunde Ernährung und ausreichend körperliche Aktivitäten. Übergewicht gilt es zu vermeiden und vor allen Dingen sollte auf das Rauchen verzichtet werden.

Prof. Dr. Dietmar Bengel wies in seinem Vortrag auf zwei Besonderheiten der Stroke Unit am EK hin. Stroke Nurse Pia Bader besucht Schlaganfallpatienten zu Hause. Sie kontrolliert, ob die Ziele der Sekundärprophylaxe erreicht wurden. Durch ihre Besuche wird die Motivation der Betroffenen gestärkt. Die Ergebnisse sind deutlich besser als im Landesdurchschnitt. Dieses Modell wird durch Spenden eines Fördervereins finanziert und wurde mit einem Qualitätspreis ausgezeichnet. Karin Geffers leitet ehrenamtlich die Schlaganfall-Infostelle am EK. Bei ihr erhalten Betroffenen und deren Angehörige wertvolle Hilfe.




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