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Mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Krankenhauskapelle hat die feierliche Verabschiedung von Pfarrer Hermann Dippon begonnen. Im Mittelpunkt stand der Emmausgang. In dieser Bibelstelle sieht Dippon den Auftrag der Seelsorge beschrieben. „In der Not braucht der Mensch Nähe. Die persönliche Begegnung bringt Erleichterung“, interpretiert sein katholischer Kollege Dieter Sasser.
Und das ist es, was Pfarrer Hermann Dippon ausmacht. In der Not ist er bei den Menschen, die ihn brauchen: Kranke, Angehörige, Trauernde. Aber auch Kollegen. „Ihre Leistung ist schwer zu messen in einer Zeit, da alles in Zahlen und Geldwert gewichtet wird“, sagte Dr. Faust. „Dennoch ist die Arbeit der Seelsorge in einem Krankenhaus sehr wertvoll und nicht wegzudenken. Sie leben die Ökumene aktiv vor“, so Dr. Faust weiter. Der katholische Seelsorger Dieter Sasser brachte es auf den Punkt: „Herr Dippon, Sie sind mit Seele und Sorge in Ihrem Beruf.“ Anerkennung erntete Dippon auch von Schwester Gudrun M. Härle und Schwester Beate M. Weber aus dem Seelsorgeteam. Sie hätten ihn als engagierten Seelsorger erlebt, der die Blicke der Kollegen geschärft habe.
Geehrt wurden seine Dienste auch im Ethikkonsil und im Ethikbeirat. Er war Gründungsvater und Motor dieser Einrichtungen. In diesen Foren werden schwierige Fälle aus dem Klinikalltag unter ethischen Aspekten besprochen und die weitere Vorgehensweise erörtert. „Wir schätzten immer Ihren Rat und Ihre Klarheit. Aber auch Ihren Humor“, blickte Dr. Roman Schmucker auf die gemeinsame Arbeit zurück. Der Leiter der internistischen Intensivstation betrachtet die Seelsorge als unverzichtbaren Beistand, um einschneidende Diagnosen und Nachrichten verarbeiten zu können. Im Namen aller Stationen und Pflegenden sprach Martina Profaska ihren Dank aus. „Sie waren immer da, wenn man Sie gebraucht hat. Sie leben Kirche vor“, so Profaska.
Dippons Humor schätzt auch Hans Georg Kraus. Der erste Bürgermeister der Stadt Ravensburg hat im Namen der Gesellschafter der OSK, Stadt und Landkreis, gesprochen. „Herr Dippon, Sie werden mir als der protestantische Geistliche in Erinnerungen bleiben, der in der Predigt Witze erzählt – und zwar wirklich gute“, scherzte Kraus. Er fügte hinzu: „Es fällt uns schwer, uns von Ihnen zu verabschieden.“ Als Seelsorger trüge er die Nöte der Patienten und Mitarbeiter.
„Schlimmer als krank zu sein, ist es, in der Krankheit alleine zu sein“, sagte Dr. Friedrich Langsam, Dekan des evangelischen Kirchenbezirks Ravensburg. Dippon habe Menschen in ihrer Krankheit in Würde begleitet, auch auf ihrem letzten Weg. Er dankte ihm für seinen Dienst am kranken Menschen und deren Angehörigen. Die Seelsorge ist für die Landeskirche unbestritten. Schon seit einigen Wochen steht Pfarrerin Irene Palm als neue Seelsorgerin im EK fest.
Dippons Kollegen aus dem Seelsorgeteam, Schwester Gudrun M. Härle, Schwester Beate M. Weber und Pfarrer Dieter Sasser, übereichten ihm zum Abschied einen Apfelbaum. Er steht als Symbol, in seiner neuen Gemeinde Wurzeln zu schlagen. Ein Stützpfahl für den Baum solle auch ihm Halt geben.
Schon zu Beginn des Gottesdienstes bedankte sich Dippon bei allen die gekommen waren, um ihn zu verabschieden. Musikalisch umrahmt wurden die Feierlichkeiten durch den Posaunenchor Wälde-Winterbach und dem Männerchor Quantum Caritatum. Noch in der Kapelle selbst gab es Applaus für den scheidenden Seelsorger. Die Schlussworte der Feierlichkeiten gehörten ihm. „Ich danke allen Wegbegleitern in all den Jahren hier im EK“, so Dippon. Die Zusammenarbeit mit Ärzten und Pflegern bezeichnete er als gelebtes Miteinander. Besonders erwähnte er die Unterstützung durch die Geschäftsführung der OSK. „Sie, Herr Dr. Faust, haben uns Seelsorger immer wichtigen Rückhalt gegeben“, so Dippon. Doch auch an die Franziskanerinnen von Reute erinnerte er. Stellvertretend dankte er der Konventsoberin Schwester Philiberta. „Sie haben es uns ermöglicht, in Ihrer Kapelle den evangelischen Gottesdienst abhalten zu dürfen“, sagte Dippon. Besonders herzlich und freundschaftlich war der Abschied von seinen Seelsorgerkollegen.

Ein Apfelbaum auch als Zeichen seiner fruchtbaren Arbeit: Pfarrer Hermann Dippon wurde von seinen Kollegen der Seelsorge verabschiedet. Dr. Jan-Ove Faust (OSK) und Ravensburgs Erster Bürgermeister Hans Georg Kraus (ganz rechts) dankten im Rahmen der Stadt und des Landkreises Ravensburg für seine wertvolle Arbeit.