(wil)
Das Bettenhaus ist das größte Einzelprojekt im Zuge des ersten Abschnitts der Neustrukturierung des EK Ravensburg. Das Investitionsbudget für den ersten Bauabschnitt beträgt 108 Millionen Euro. Hinzu kommen 12 Millionen Euro für die Ausstattungen der Gebäude. Das Land bezuschusst die Investition mit 48,8 Millionen Euro. Neben dem Bettenhaus umfasst der erste Bauabschnitt Umbauten und Erweiterungen in den bestehenden Funktions- und Behandlungsbauten des EK.
Das neue Bettenhaus soll Mitte 2013 fertig sein und Platz für 360 Patientenbetten bieten. Die Patienten werden in dem neuen Gebäude ausschließlich in Ein- und Zweibettzimmern liegen. Die medizinische Qualität des EK sei schon heute unbestritten und weithin bekannt, sagte Landrat Widmaier. Mit dem neuen Bettenhaus werde das EK auch bei der Patientenunterbringung Maßstäbe setzen.
Zunächst war geplant, in vier Bettengeschossen 288 Pflegeplätze zu schaffen. Die Prognosen gehen aber für das EK mittelfristig von einem höheren Bettenbedarf aus als noch vor vier Jahren bei Beginn der Planungen unterstellt. Der Kreistag hat deshalb am Tag vor der Grundsteinlegung beschlossen, das Bettenhaus um ein fünftes Geschoss aufzustocken. Für zwei weitere Stationen mit zusammen 72 Betten fallen zusätzliche Investitionskosten ins Gebäude von 5,4 Millionen Euro an. Ausschlaggebend für den Beschluss war unter anderem, dass sich die zusätzliche Bettenkapazität im zweiten Bauabschnitt nicht mehr so kostengünstig hätten herstellen lassen und nun bereits Mitte 2013 zur Verfügung stehen.
Sozialministerin Dr. Monika Stolz betonte bei der Grundsteinlegung, dass das große Flächenland Baden-Württemberg eine gute Krankenhausstruktur hat. Das Land sei gerne dazu bereit, den Krankenhausträgern zur Seite zu stehen, wenn es darum geht, die Krankenhauslandschaft zukunftsfähig zu machen. Das Land, so die Ministerin, lege Wert auf die Trägervielfalt. Darin hätten auch die kommunalen Krankenhausträger ihren festen Platz. Die Oberschwabenklinik wird vom Landkreis Ravensburg (95 %) und von der Stadt Ravensburg (5 %) getragen
Landrat Widmaier hatte der Ministerin zuvor für die Unterstützung des Landes gedankt. Pläne für die weitere Entwicklung des EK hat es bereits vor 15 Jahren, als mit dem Behandlungsbau der letzte große neue Trakt eingeweiht wurde, gegeben. Dass es so lange gedauert hat, habe nicht am Land gelegen, betonte der Landrat. Zunächst hätten im Landkreis die Hausaufgaben gemacht werden müssen. Der Landrat bedankte sich dafür, dass das Land über so lange Zeit Wort gehalten hat. Während am EK jetzt die Mauern nach oben wachsen, gehe es bereits an die Vorplanung für den zweiten Bauabschnitt. Auch dafür werde man wieder wegen Zuschüssen in Stuttgart anklopfen und hoffe auf weiterhin wohlwollende Begleitung. Die Ministerin dazu mit einem Augenzwinkern: „Wenn einem Landräte so herzhaft danken, ist das die stärkste Verpflichtung.“
Oberbürgermeister Dr. Daniel Rapp betonte, dass die Baustelle am EK die größte und wichtigste im gesamten Landkreis Ravensburg sei. Die Oberschwabenklinik sei nicht nur für die Gesundheitsversorgung sondern auch als Arbeitgeber und als Partner für andere Unternehmen in Stadt und Region ein wichtiger Faktor. Der OB anerkennend: „Was Sie hier bewegen, ist gigantisch.“
Architekt Manfred Ehrle vom Büro Arcass (Stuttgart) deponierte im Grundstein eine Kassette mit Gegenständen, die künftige Generationen an den Tag der Grundsteinlegung erinnern sollen. Unter anderem liegen im Grundstein die Baupläne, ein Säckchen mit Münzen, die aktuellen Ausgaben der Zeitung „OSK Impuls“, den Jahresbericht der OSK sowie die Zeitungen vom Tage.