Oberschwabenklinik
Aktuelles >  Pressemitteilungen

Aktuelles

20.07.2010

(wil)


OSK-Vorschlag zur künftigen Struktur

Standorte sollen als gemeinsames „Klinikum Allgäu“ erhalten bleiben

Die Krankenhäuser Leutkirch und Isny sollen laut einem Vorschlag der Oberschwabenklinik zur künftigen Struktur im Allgäu erhalten bleiben erhalten. Sie sollen gemeinsam mit dem Krankenhaus Wangen zu einem „Klinikum Allgäu“ mit einem noch enger aufeinander abgestimmten medizinischen Spektrum zusammengeführt werden. Um das Leistungsangebot zu erweitern und die Häuser wirtschaftlich zu stärken, sucht die OSK verstärkt die Zusammenarbeit mit niedergelassenen Partnern.

Dieses Konzept hat der Kreistag Ravensburg mit breiter Mehrheit befürwortet. Auf der Grundlage dieses Beschlusses stehen als nächste Schritte die endgültigen Abstimmungen mit dem baden-württembergischen Sozialministerium und den Krankenkassen an. Dabei geht es insbesondere um die nötigen Änderungen im Feststellungsbescheid. Dieser legt fest, welche Leistungen an welchem Standort erbracht werden dürfen. Die drei Standorte sollen künftig organisatorisch, wirtschaftlich und fachlich-medizinisch eine Einheit bilden. Die OSK und der Landkreis streben an, dass die drei Allgäu-Standorte auch im Bedarfsplan des Landes zu einem Klinikum zusammengeführt werden. Dies würde den Gesellschaftern und der Geschäftsführung ein weitgehendes Direktionsrecht einräumen, wie sie die Leistungen auf die Standorte verteilt.

 

Nach dem Vorschlag, den die OSK dem Sozialministerium unterbreitet, sollen die Häuser im Allgäu ab 2011 zum Teil andere Schwerpunkte erhalten. In Leutkirch ist zusätzlich zur bestehenden Abteilung für Innere Medizin der Aufbau einer neuen Hauptabteilung für Chirurgie mit dem Schwerpunkt orthopädischer Eingriffe an der Wirbelsäule vorgesehen. In einem Operationszentrum Leutkirch würden künftig sowohl Ärzte der OSK als auch bisherige und neue niedergelassene Kooperationspartner operieren. Das Krankenhaus Leutkirch soll vorwiegend ein Zentrum für planbare Operationen sein. Notfalleingriffe wären zwar möglich, sollten aber für das gesamte Allgäu auf das Krankenhaus Wangen konzentriert werden. Ein weiterer Pfeiler für die ambulante chirurgische Notfallversorgung der Region um Leutkirch würde die am Krankenhaus angesiedelte chirurgische Praxis bleiben.

 

Die Planbettenzahl am Standort Leutkirch soll nach dem OSK-Konzept von heute 75 auf 79 Betten aufgestockt werden. Um die Leistungsfähigkeit in der Diagnostik zu erhöhen, würde mit dem neuen Konzept am Krankenhaus ein Computertomograph (CT) installiert werden. Hier strebt die OSK vor einer eigenen Lösung die Kooperation mit einer niedergelassenen Praxis an. Dank des digitalen Röntgenbildystems PACS könnte das Krankenhaus Leutkirch genauso wie Isny rund um die Uhr per Teleradiologie an die Zentren der OSK in Ravensburg und in Wangen angebunden werden.

 

Am Krankenhaus Isny soll, so der OSK-Vorschlag, neu eine Hauptabteilung für Innere Medizin etabliert werden. Sie soll eine Basisversorgung für die Menschen in Isny und Umgebung sicherstellen. Ein Schwerpunkt der Inneren Medizin in Isny wäre die Wundversorgung einschließlich der stationären Behandlung von Patienten mit Hauterkrankungen. Die Bettenzahl in Isny soll von heute 53 Planbetten auf eine Station mit 19 Betten einschließlich vier Monitorplätzen reduziert werden.

 

Die chirurgische Versorgung in Isny soll künftig nicht mehr durch eine stationäre Hauptabteilung, sondern ambulant durch einen Fachbereich des Medizinischen Versorgungszentrums der OSK gewährleistet werden. Die OSK hat dafür einen niedergelassenen Praxissitz übernommen, den sie am Krankenhaus ansiedeln möchte. Das bisher am Krankenhaus Isny beheimatete Endoprothetikzentrum Allgäu der OSK soll ab Anfang 2011 ans Krankenhaus Wangen verlegt werden. Ihre Operationstätigkeit in Isny würde die OSK einstellen.

 

Der Aufsichtsrat der Oberschwabenklinik hat für Isny ausdrücklich eine „Öffnungsklausel“ in seinen Vorschlag aufgenommen. Damit würde interessierten niedergelassenen Ärzten die Türe offen gehalten, am Krankenhaus Isny in Abstimmung oder in Kooperation mit der Oberschwabenklinik tätig zu werden.

 

Mit dem Endoprothetikzentrum Allgäu soll in Wangen in der stationären Chirurgie zu der  Allgemein- und Viszeralchirurgie sowie der Unfallchirurgie ein drittes Standbein hinzukommen. Komplett machen soll die chirurgische Leistungspalette am Krankenhaus Wangen der Fachbereich Chirurgie des ambulant tätigen Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ), für den gegenwärtig die Räume im Erdgeschoss hergerichtet werden. Der Umzug des heute an der Ravensburger Straße angesiedelten Fachbereichs ins Krankenhaus ist für das Jahresende geplant. Die OSK will Wangen als zentrales unfallchirurgisches Haus für das gesamte Allgäu stärken. Wangen ist bereits 2009 als regionales Traumazentrum innerhalb eines Netzwerkes zur Versorgung Schwerverletzter für die gesamte Region Bodensee-Oberschwaben zertifiziert worden.

 

Im Bereich der Herzmedizin schlägt die OSK für das Jahr 2012  in Wangen die Einrichtung eines Linksherzkathetermessplatzes vor, wie es ihn bisher im Landkreis nur am EK Ravensburg gibt. Hierzu erfolgen in nächster Zeit die Abstimmungsgespräche Mittelfristig strebt die OSK in Wangen eine leichte Erhöhung ihrer Planbettenzahl (derzeit 200) an.

 

Mit ihrem Konzept „Allgäu-Klinikum“ gewährleistet die OSK an allen drei Standorten unverändert die Notarzt- und die Notfallversorgung. Besonders wichtig ist der OSK die Öffnung für die Zusammenarbeit mit niedergelassenen Partnern, insbesondere mit den Ärzten an den jeweiligen Standorten. Mit ihren neuen Strukturen will die OSK bei gleich bleibend hohen und sogar noch verbesserten Versorgungsleistungen die wirtschaftliche Basis für ihre Standorte Wangen, Isny und Leutkirch verbessern. Zuletzt schrieb die OSK im Allgäu im Betrieb ein Defizit von 3,6 Millionen Euro. Ziel ist es, in den nächsten Jahren ein ausgeglichenes Ergebnis zu erreichen und auf diesem Weg die eigene Investitionskraft des Klinikverbundes zu stärken.

Die OSK ist ihrem Hauptgesellschafter, dem Landkreis Ravensburg, dankbar für die breite Unterstützung, die ihr vorgeschlagenes Konzept im Kreistag gefunden hat. Sie fühlt sich bei entsprechender Zustimmung durch das Sozialministerium und bei Akzeptanz in der Bevölkerung gut gerüstet für die Zukunft.



zurück