(wil)
Die OSK hat ihr Geschäftsjahr 2009 mit einem Betriebsergebnis von + 132 772 Euro abgeschlossen. Nach 2008 (+ 227 264 Euro) hat das Unternehmen, das zu 95 % vom Landkreis und zu 5 % von der Stadt Ravensburg getragen wird, damit erneut die angestrebte „schwarze Null“ im Betrieb erreicht. Der für die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit aussagekräftige EBIT/Umsatz stieg von 0,24 % auf 0,36 % und lag damit ebenfalls zum zweiten Mal in Folge im positiven Bereich. 2004 lag dieser Wert noch bei – 3,97%. „Mit der wirtschaftlichen Konsolidierung der OSK sind wir in den vergangenen vier Jahren nachhaltig erfolgreich gewesen,“ sagt Geschäftsführerin Dr. Elizabeth Harrison.
Zugpferd der OSK ist auch 2009 das Krankenhaus St. Elisabeth in Ravensburg gewesen. Das Haus der Zentralversorgung verzeichnete einen Gewinn von rund 3,6 Millionen Euro. Das EK ist damit nicht nur das medizinisch leistungsfähigste, sondern auch wirtschaftlich erfolgreichste Akuthaus der gesamten Region. Mit dem Krankenhaus Bad Waldsee, das ein Plus von rund einer Million Euro erwirtschaftete, gelang es der OSK, auch ein kleineres Haus in die schwarzen Zahlen zu führen. Im Allgäu verzeichnete die OSK dagegen mit den Standorten Wangen, Leutkirch und Isny ein Defizit von zusammen 3,6 Millionen Euro und im Heilig-Geist-Spital Ravensburg einen Verlust von rund 930 000 Euro. Durch eingeleitete oder für 2011 vorgesehen Strukturmaßnahmen sollen sich die Ergebnisse dieser Häuser spürbar verbessern.
Unverändert auf Erfolgskurs ist die OSK 2009 auch beim Wachstum geblieben. Die Zahl der stationären Patienten stieg einschließlich der Geriatrischen Rehabilitation am Heilig-Geist-Spital Ravensburg von 39 895 auf 41 930 (+ 5,1 %). Einschließlich der ambulanten Patienten sind in den OSK-Häusern 2009 insgesamt 142 233 Fälle (Vorjahr: 135 566) behandelt worden ( + 4,9 %). Noch deutlicher zugenommen hat die Inanspruchnahme der Notaufnahmen in den OSK-Häusern. Kamen 2008 noch 44 865 Notfallpatienten zur OSK, so waren es 2009 insgesamt 49 580 (+ 10,5 %). „Dies zeigt, dass die OSK ihrem Auftrag für eine flächendeckende Notarzt- und Notfallversorgung im Landkreis nachkommt“, betont Dr. Jan-Ove Faust, Direktor Medizin und Behandlung. Die OSK bemühe sich darum, sich in der Notfallversorgung noch enger mit den niedergelassenen Ärzten abzustimmen. Ein wichtiger Schritt sei die Einrichtung einer Notfallpraxis der in der Kassenärztlichen Vereinigung organisierten Ärzte ab 2011 am Krankenhaus Wangen.
Mit steigenden Patientenzahlen ist der OSK 2009 auch beim Umsatz ein spürbarer Schritt nach vorne gelungen. Er stieg von 158,1 Millionen Euro im Jahre 2008 auf die neue Rekordhöhe von 170 Millionen Euro (+ 7,5 %). Diese Entwicklung machte es der OSK möglich, auch beim Beschäftigungsumfang nochmals leicht zuzulegen. 2715 Menschen (2008: 2697) standen im vergangenen Jahr bei dem Krankenhausverbund in Lohn und Brot. Umgerechnet auf Vollzeitstellen stieg die Zahl der Vollkräfte von 1744 auf 1789. Damit ist die OSK unverändert der größte Arbeitgeber innerhalb des Landkreises Ravensburg. Ähnlich hoch ist das Gewicht als Ausbildungsbetrieb. 203 junge Menschen wurden 2009 in den Gesundheitsberufen ausgebildet, 16 mehr als im Jahr zuvor. „Angesichts eines schärfer werdenden Wettbewerbs um qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kümmern wir uns rechtzeitig um Nachwuchskräfte aus den eigenen Reihen“, sagt Kim Kreft, Direktor Mitarbeiter Services.
Rechnet man das Medizinische Versorgungszentrum in Wangen, eine 100-prozentige Tochter der OSK, und die Akademie Gesundheitsberufe Bodensee-Oberschwaben in Weingarten (74,8 % OSK-Anteil) hinzu, werden im Verbund 172,3 Millionen Euro umgesetzt und 2752 Menschen beschäftigt.
Die Auslastung der rund 1000 Planbetten im Verbund verbesserte sich 2009 leicht von 75,3 auf 77,1 Prozent. Die durchschnittliche Fallschwere, gemessen im CMI (Case-Mix-Index) sank geringfügig von 1,089 auf 1,082. Die durchschnittliche Verweildauer ging noch einmal leicht von 6,89 auf 6,73 Tage zurück. „Das ist erneut ein Beleg dafür, dass wir uns erfolgreich um effiziente Abläufe bemühen und unnötige Liegezeiten für die Patienten vermeiden,“ sagt Dr. Harrison. Allerdings sei die OSK bei der Verweildauer mittlerweile auf einem Niveau angekommen, auf dem es keine sprunghaften Verbesserungen mehr geben wird. „Dass wir Patienten zu früh nach Hause oder in die Reha schicken, gibt es bei uns nicht,“ unterstreicht die Geschäftsführerin.
Wie bereits im Vorjahr veröffentlicht die OSK neben ihrem Betriebsergebnis auch eine konsolidierte Bilanz, in die auch die Ergebnisse ihrer Tochterunternehmen sowie der Aufwand des Eigenbetriebes IKP des Landkreises, in dessen hand die Krankenhausimmobilien liegen, einfließen. Die konsolidierte Bilanz schließt für 2009 mit einem Minus von 3,6 Millionen Euro und damit in etwa mit dem Vorjahresergebnis. „Wir machen damit transparent, was den Landkreis die Krankenhausversorgung kostet,“ erläutert Dr. Harrison. Daraus ergebe sich auch der Auftrag für die OSK, mit neuen Strukturen eine weitere Verbesserung ihres Betriebsergebnisses anzustreben.
Für das laufende Geschäftsjahr 2011 peilt die OSK ein erneut ausgeglichenes Betriebsergebnis bei voraussichtlich verhaltenerem Wachstum an. Die Arbeit wird auch geprägt von den großen Bauprojekten. „Mit der Fertigstellung des Intensivbereiches, dem Einzug des Fachbereiches Chirurgie des Medizinischen Versorgungszentrums und einer ökologisch ausgerichteten neuen Heizanlage mit Hackschnitzeln als Energieträger schließen wir in Wangen wesentliche Schritte ab“, erklärt Betriebsdirektor Peter Wiggenhauser. Am EK hat nach der Inbetriebnahme der neuen Notaufnahme und der Intensivstationen Ende 2009 der Bau des neuen Bettenhauses begonnen, das Mitte 2013 fertig sein wird. Während der Bauzeit bleibt das EK mit allen medizinischen Zentren und Abteilungen in vollem Umfang arbeitsfähig und aufnahmebereit.