Oberschwabenklinik
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07.06.2010

(kk)


Schlaganfall erfolgreich behandelt: Noel hat seinen Papa wieder

Zeit ist Hirn. Wie wichtig schnelle Hilfe bei einem Schlaganfall ist, zeigt der Fall von Dietmar Pfender. Dank des unverzüglichen Handels seiner Lebensgefährtin und der richtigen Entscheidung des Notarztes, ihn in eine Spezialklinik zu fahren, kann der Dreißigjährige weiterhin ein aktives Leben ohne Einschränkungen führen.

Es ist Samstag morgen. Dietmar Pfender geht wie gewohnt ins Badezimmer und verschließt die Tür. Sein sechsjähriger Sohn Noel hört einen dumpfen Schlag aus dem Bad. Sofort holt er seine Mutter aus dem Wohnzimmer. Perrine Valenti ruft nach ihrem Lebensgefährten. Er antwortet, doch seine Worte klingen anders als sonst. Dietmar Pfender ist zusammengebrochen. Sein Kopf knallte bei dem Sturz auf die Kloschüssel. Irgendwie gelingt es ihm mit seiner rechten Hand, das Schloss zu entriegeln. Wie, weiß er heute nicht mehr. Perrine Valenti sieht ihren Lebensgefährten am Boden liegen. Sein linker Mundwinkel hängt nach unten. Offensichtlich kann er seine linke Körperhälfte nicht mehr bewegen. Seine Sprache ist verwaschen. Perrine Valenti schätzt die Lage richtig ein: Schlaganfall. Sie zögert keine Sekunde und verständigt den Notarzt. Diese schnelle Entscheidung rettet Dietmar Pfender das Leben.

Mit ihrem Notruf setzt sie die Rettungskette in Gang. Der Notarzt und die Rettungsassistenten bringen den dreißigjährigen Patienten in die Notaufnahme des Krankenhauses St. Elisabeth. Dort stehen schon Dr. Wolfram Albinger und Dr. Thomas Staudacher bereit. Die beiden Neurologen der Stroke-unit sind erfahrene Ärzte bei der Behandlung von Schlaganfällen. Sofort wird eine CT-Untersuchung mit Kontrastmittel gemacht. Anschließend ein Angio-CT. Die bildgebende Diagnostik beweist: Verschluss eines Hirnbasisgefäßes. Das ist die Ursache des Schlaganfalls. Zeit ist Hirn lautet das Gebot der Stunde. Schnelles Handeln kann Leben retten. Während Dietmar Pfender intravenös Medikamente bekommt, die den Verschluss lösen, nimmt Dr. Albinger bereits Kontakt mit den Kollegen der Neuroradiologie auf. Dr. Nico Prey und sein Team bereiten einen Eingriff an den Hirngefäßen vor. Dietmar Pfender ist immer noch ansprechbar. Er unterschreibt die Einwilligung in die OP. Er weiß allerdings nicht, warum. Alles läuft im Zeitraffer für ihn ab.

Im OP wird er unter Vollnarkose intubiert. Dr. Prey führt einen Mikrokatheter in das Hirngefäß ein. Damit will er das Blutgerinnsel lokal auflösen. Mit viel Fingerspitzengefühl bringt er den Mikrokatheter an die richtige Stelle. Der Eingriff ist geglückt. Dietmar Pfender wird auf die Überwachungseinheit der Stroke-unit verlegt. Ärzte und Pfleger kontrollieren permanent seinen Gesundheitszustand. Für den Fall, dass Komplikationen auftreten, ist das Team des Spezialkrankenhauses gerüstet. Schon gleich nach dem Aufwachen ist der sportliche Patient beschwerdefrei. Noch immer begreift er nicht, was mit ihm geschehen war. Doch seine Gedanken sind klar. Lebensgefährtin Perrine Valenti und Sohn Noel sind erleichtert. Dietmar Pfender macht sich Sorgen, ob er seine anstehenden Prüfungen schreiben kann. Die Ärzte sind sich nicht ganz sicher.

Für weitere fünf Tage bleibt er stationär im EK. Reine Routine. Privatdozent Dr. Dietmar Bengel, Chefarzt der Neurologie und Leiter der Stroke-unit, will jedes Risiko ausschließen. Eine Vielzahl von Untersuchungen werden durchgeführt: Ultraschall, Langzeit-EKG, Blutuntersuchungen. „Die Ursachen für den Schlaganfall sind unklar. Aber glücklicherweise konnten wir bei Herrn Pfender kein erhöhtes Risiko feststellen“, fasst Privatdozent Dr. Bengel die Ergebnisse zusammen. Dr. Prey lobt das Handeln von Perrine Valenti. „Weil sie ohne zu zögern den Notarzt verständigt hat, hat sie ihrem Lebensgefährten das Leben gerettet“, so Dr. Prey. Auch dem Notarzt vor Ort bescheinigt der Leiter der Neuroradiologie besonnenes Handeln. Er erkannte die Situation und ließ den Patienten in eine Spezialklinik bringen.

Keine drei Wochen nach dem für ihn und seiner Familie denkwürdigen Samstag schreibt Dietmar Pfender seine Prüfungen. Zuhause bereitet er sich auf die letzten beiden Prüfungen vor. Der ehemalige Zeitsoldat schließt seine zweijährige Weiterbildung zum Techniker, Fachrichtung Maschinenbau ab. „Die Prüfungen liefen bisher gut. Und ich habe keinerlei Probleme, mich zu konzentrieren“, strahlt Dietmar Pfender. Nur etwas vorsichtiger ist er geworden. Seine Volleyball-Saison hat er vorerst auf Eis gelegt. Seine Kondition baut er mit Radfahren wieder auf. Natürlich unter ärztlicher Kontrolle. Noch immer kann er sich nicht an alles erinnern, was an diesem Samstag geschehen ist. „Für meine Lebensgefährtin war alles viel schlimmer. Und vor allen Dingen für Noel“, sagt Pfender. Sein Sohn konnte nachts nicht schlafen. „So hat Papa ausgesehen“, Noel zieht dabei mit dem Finger seinen linken Mundwinkel nach unten. „Ich dachte schon, er kommt nicht mehr heim. Jetzt bin ich aber froh, dass er wieder da ist“, freut sich Noel. Auch seinem Papa bereitet es richtig Freude, dass er wieder mit Noel toben kann.



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Noel ist froh, dass sein Papa wieder zuhause ist.