Oberschwabenklinik
Aktuelles >  Pressemitteilungen

Aktuelles

21.05.2010

(kk)


Aktion saubere Hände im Krankenhaus

Auf großes Interesse ist der Aktionstag „saubere Hände“ im Krankenhaus St. Elisabeth gestoßen. Unter dem Motto „Keine Chance den Krankenhausinfektionen“ wurde Mitarbeitern aber auch Besuchern des EK das Thema Händehygiene nahegebracht. Denn: „Hände sind das Risiko Nummer eins bei der Übertragung von Keimen“, weiß Hans-Jürgen Dehmelt. Dehmelt ist Hygieneexperte.

Der Aktionstag sollte Ärzte und Pflegende die Wichtigkeit der Händehygiene stärker ins Bewusstsein rufen. „Wir wollen die Einsicht in die Notwendigkeit von Hygienemaßnahmen erhöhen“, begründet Dehmelt die bundesweite Aktion in Krankenhäusern. Dort spielt die Hygiene eine besondere Rolle. Da kranke Menschen ein geschwächtes Immunsystem haben, sind sie besonders anfällig für Keime. Die Hauptübertragung erfolgt über die Hände. „90 Prozent der vermeidbaren Krankenhausinfektionen werden von den Händen des Personals übertragen“, sagt Dehmelt. Die OSK-Mitarbeitern haben bereits ein gesteigertes Problembewusstsein“, bescheinigt der Hygieneexperte. Als Indikator nimmt er den Verbrauch von Desinfektionsmitteln. Durch Schulungen, wie man seine Hände richtig desinfiziert, will er die bereits gute Quote innerhalb des Klinikverbundes weiter senken. Dehmelt ist externer Berater der Oberschwabenklinik. Er schult die Mitarbeiter der OSK, wie Infektionen verhütet und bekämpft werden können. Der Experte arbeitet im deutschen Beratungszentrum für Hygiene des Universitätsklinikums Freiburg.

Es klingt banal, aber die Technik der richtigen Händedesinfektion will beherrscht werden. 30 Sekunden sollte das Händedesinfektionsmittel einwirken. So lange benötigt das Mittel, um die Keime abzutöten. Eine lange Zeit, wie die Stoppuhr beweist. „Viele reiben die Lösungen zu kurz ein“, so Dehmelt. Unter einer UV-Lampe belegt der Hygienefachmann, welche Stellen der Hand nicht von dem Schutzfilm überzogen wurden. Insgesamt lautet sein Credo: Die Hände seltener waschen, dafür häufiger desinfizieren und pflegen. „Nur gepflegte Hände können keimfrei sein. Keime können sich in rissiger und spröder Haut leichter festsetzen,“ erläutert Dehmelt. Er und seine beiden Kolleginnen klärten den ganzen Tag darüber auf, dass Seife den Säureschutzmantel der Haut mehr angreift, als Desinfektionsmittel, die pflegende Substanzen beinhalten. „Die Hände sollten nur gründlich mit Seife gewaschen werden, wenn sie auch wirklich verschmutzt sind“, sagt Dehmelt.

Doch nicht nur für Krankenhauspersonal ist das Thema Händehygiene wichtig. Auch Menschen, die ihre kranken Angehörigen besuchen, sollten auf Händehygiene achten, um sie nicht zusätzlich anzustecken. Bei Betreten und Verlassen des Krankenzimmers sollten sie Desinfektionsmittel benutzen. Die OSK stellt diese Maßnahmen in ihren Krankenhäusern zur Verfügung. Dehmelt erinnert auch daran, dass auch Menschen, die im häuslichen Umfeld Angehörige pflegen, diese Hygienemaßnahmen beachten sollten. „Das große Interesse von OSK-Mitarbeitern wie auch von Besuchern zeigt uns, wie wichtig das Thema ist“, freut sich Dehmelt über den gelungenen Aktionstag.



zurück
 

Die UV-Lampe deckt auf, an welchen Stellen das Desinfektionsmittel die Haut nicht benetzt hat. Die beiden Krankenschwestern Nadine Brielmaier und Sabine Eberbach (vorn) lassen sich von Hans-Jürgen Dehmelt die richtigen Hygienemaßnahmen erklären.