(kk)
Gerhard Kempter war Apotheker mit Leib und Seele. Vor 40 Jahren hat er seine Laufbahn in der Engel Apotheke in Ravensburg begonnen. Er fühlte sich von den komplexen Aufgaben einer Krankenhausapotheke angezogen. Zunächst war er in dem damaligen Kreiskrankenhaus Wangen und nach Gründung der OSK in der Zentralapotheke des Klinikverbundes im EK in Ravensburg tätig. Bei seiner Verabschiedung bedauerte der Leiter der Zentralapotheke, Dr. Jörg Bickeböller-Friedrich, dass er nur „sechs Jahre mit ihm zusammenarbeiten durfte“. Die Stimmung im Team sei hervorragend. Die Erfahrung von Kempter schätzte er bei den täglichen Besprechungen zusammen mit Erich Hut, dem dritten Apotheker im Team. Seine Kompetenz war auch bei den Ärzten des Klinikverbundes gefragt. Die Apotheker sind in die Therapie eng eingebunden. Ihre Beratung bei Medikamenten ist ein wichtiger Baustein bei manchen Patienten für den Heilungsverlauf. „Jederzeit konnte man sich mit Fragen an Sie wenden“, so Dr. Andreas Keßler vom onkologischen Schwerpunkt am EK. Gerade die Onkologen arbeiten sehr eng mit der Apotheke zusammen.
Für die Behandlung von Krebspatienten hat Kempter Bedeutendes geleistet. Er hat das Zytostatikalabor am EK federführend aufgebaut. Dort werden seit fünf Jahren unter strengsten Qualitätskriterien und höchsten Sicherheitsmaßnahmen hochwirksame Medikamente individuell für jeden Patienten hergestellt. Diese Zytostatika werden bei der Behandlung von bösartigen Tumoren eingesetzt. Rund 14.000 Zubereitungen produziert das Team von Dr. Bickeböller-Friedrich jedes Jahr.
Sein zweites großes Aufgabengebiet waren die Wundtherapeutika. „Sie haben das immense Angebot gesichtet, strukturiert und Leitlinien der Anwendung innerhalb der OSK mitgestaltet“, lobte der Chefapotheker. Kempter gilt als Pragmatiker. Er habe immer auf eine effiziente Behandlung geschaut, die dem Patienten am besten hilft. Gleichzeitig sparte seine Vorgehensweise Kosten. „Von den abgestimmten Prozessen, die Sie gestaltet haben, profitieren wir auch in Zukunft“, so Dr. Jörg Bickeböller-Friedrich weiter. Kempter trug durch seine kollegiale und freundliche Art zu dem guten Betriebsklima im Team bei. Wo Hilfe benötigt wurde, war er zur Stelle.
Der Scheidende selbst kann einen beruhigenden Blick nach vorne richten. „Die Zentralapotheke der OSK ist gut positioniert“, sagte Kempter. Auf der einen Seite fällt ihm aufgrund der guten Zusammenarbeit im Team der Abschied schwer. Andererseits freut sich der Hobbymusiker auf seinen Ruhestand. “Die unermesslich viele Freizeit, die ich nun habe, werde ich mit Musik und Reisen mit meiner Frau ausfüllen“, so Kempter. Weiter versprach er: „Zukünftig werde ich mich nur noch mit Kochrezepten beschäftigen.