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In dem neuen Bettenhaus werden Patienten ausschließlich in Ein- und Zweibettzimmern untergebracht. Die Zimmer werden alle mit einer eigenen Nasszelle und modernen Kommunikationstechniken ausgestattet. Farbe und natürliches Licht durch große Fenster werden für Behaglichkeit sorgen. „Mit dem neuen Bettenhaus verbessern wir den Komfort für die Patienten wesentlich“, so Dr. Elizabeth Harrison, Geschäftsführerin der OSK.
„Durch den Bau wird zusätzlich die regionale Konjunktur angekurbelt“, ergänzt Franz Baur, Leiter des Eigenbetriebes IKP des Landkreises. Den Zuschlag für den Rohbauauftrag erhielt eine Bietergemeinschaft aus den Firmen Josef Hebel (Memmingen) und Reisch (Bad Saulgau). Die Vergabe über 8,8 Millionen Euro ist der größte Einzelauftrag, den der Landkreis Ravensburg je erteilt hat, berichtet Baur. Diese Woche haben die Aushubarbeiten für die Baugrube begonnen. Das Bettenhaus entsteht in dem Bereich, in dem früher die Zufahrt zum EK-Haupteingang verlief. Das frühere Foyer wurde mittlerweile abgebrochen.
Für die Baugrube werden während der kommenden drei Wochen rund 35.000 Kubikmeter Erdreich abgetragen. Der Aushub wird mit 100 bis 120 LKW-Ladungen pro Tag für die Dammaufschüttung der künftigen B 30 Süd abtransportiert. „Zehn bis 15 Lastwagen sind den ganzen Tag über in Umlauf“, berichtet Wolfgang Schefold, Niederlassungsleiter der Firma Hebel in Ravensburg. In den ersten Tagen habe es keine größeren Verkehrsbehinderungen an der Abzweigung zur Gartenstraße gegeben. Baur betont, dass der Baustellenverkehr ausschließlich über die Krankenhausstraße und nicht über die Elisabethen- und die Nikolausstraße geführt wird.
Um das neue Bettenhaus bauen zu können, musste der unterirdisch über das EK-Gelände verlaufende Medienkanal um das Baufeld herum verlegt werden. Eine organisatorische Meisterleistung war, so Baur, der Umschluss vom alten auf den neuen Medienkanal. Anhand eines tages- und stundengenauen Terminplans ist dieser schon vor einigen Wochen erfolgt. Nun verlaufen 13 Versorgungsleitungen für beispielsweise Trink- und Kühlwasser in dem neuen Kanal. Allein drei Stromtrassen wurden verlegt: die allgemeine Stromversorgung, der Notstrom und eine 20 Kilovoltleitung. Diese Leistung reicht aus, um ein Dorf mit 40 Häusern zu versorgen.
Ende Mai beginnen die Bohrungen für die Geothermie-Anlage. Laut Projektleiter Hubert Meßmer wird das Bettenhaus damit sowohl im Winter als auch im Sommer optimal temperiert. Die 43 hierfür einzusetzenden Erdsensoren reichen bis in eine Tiefe von 150 Metern.
Parallel dazu laufen weitere Bohrarbeiten für eine Pfahlgründung, die die Last des Bettenhauses tragen soll. Hierzu werden 140 Großbohrpfähle aus Beton mit einem Durchmesser von einem Meter bis zu 15 Meter tief in den Boden gegossen. Mitte Juli 2010 wird die Bodenplatte fertig sein und am 21. Juli wird zur Grundsteinlegung Dr. Monika Stolz, Sozialministerin des Landes, erwartet.
Auch die Bauarbeiten am Verbindungsbau zwischen Funktions- und Behandlungsbauwerk liegen im Zeitplan. „Durch diese Maßnahme werden die beiden Bereiche Behandlung und Funktion räumlich zusammengeführt und Wege deutlich verkürzt“, erklärt Baur. In diesem Bereich wurde erstmalig massiv in den bestehenden Gebäudebestand eingegriffen.