Oberschwabenklinik
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14.12.2009

(wil)


Oberschwabenklinik passt ihr Allgäu-Konzept an

Trotz einer positiven Leistungsentwicklung in allen ihren Häusern im Allgäu muss die Oberschwabenklinik über Änderungen ihres Versorgungskonzeptes in diesem Teil des Landkreises nachdenken. Ein wesentlicher Grund ist, dass die Krankenkassen in Zukunft keine kurzzeitchirurgischen Leistungen an der Wirbelsäule am Krankenhaus Leutkirch mehr anerkennen wollen.

Entsprechende Informationen kursieren in Leutkirch seit einigen Tagen. Die OSK, so Geschäftsführerin Dr. Elizabeth Harrison, bekennt sich unverändert zur flächendeckenden Versorgung. Der Klinikverbund wird alles in seinen Kräften stehende tun, um diese zu erhalten. Ein Rückzug aus einem der Standorte komme nicht in Frage. Dies gelte auch für Leutkirch. Die internistische Notfallversorgung rund um die Uhr sowie die Notarztstandorte als existenzielle Bestandteile einer Grundversorgung der Bevölkerung könnten nicht zur Disposition stehen. Neben der internistischen Versorgung bleibe eine Versorgung einfacher chirurgischer Notfälle wie zum Beispiel das Nähen von Wunden oder einfacher Knochenbrüche durch die niedergelassene chirurgische Praxis im Krankenhaus sichergestellt. Schwerere chirurgische Fälle würden wie bisher schon an die Häuser mit chirurgischen Hauptabteilungen wie Isny oder Wangen verlegt.

Tragende Säule des OSK-Angebotes am Krankenhaus Leutkirch ist neben der Hauptabteilung für Innere Medizin das Ambulante Operationszentrum (AOZ). Das AOZ entwickelt sich auch im laufenden Jahr sehr positiv. Bis Ende November sind bereits knapp 1400 Patienten operiert worden, so dass das Vorjahresergebnis mit knapp 1500 Patienten am Jahresende auf jeden Fall wieder erreicht werden dürfte. 800 AOZ-Patienten konnten in den ersten elf Monaten dieses Jahres nach der Operation noch am gleichen Tag wieder nach Hause gehen. 600 Patienten blieben kurzzeitig noch stationär im Krankenhaus. Um einen Großteil dieser Patienten, die an der Wirbelsäule operiert werden, geht es.

Die Krankenkassen haben angekündigt, in Zukunft diese Leistungen nicht mehr in Leutkirch vergüten zu wollen, da diese in der Krankenhausplanung für Leutkirch nicht vorgesehen seien. Die OSK und die Krankenkassen sind in sehr konstruktiven Gesprächen, für diese Eingriffe in Leutkirch bis mindestens zur Jahresmitte oder sogar bis Ende 2010 eine Übergangsfrist finden zu können. Die OSK hofft auf eine Zusage der Kassen, um Zeit für neue Konzepte zu gewinnen.

Es liegt auf der Hand, dass eine Aufgabe der Kurzzeitchirurgie an der Wirbelsäule die Wirtschaftlichkeit des Standortes Leutkirch verschlechtert. Das Defizit von rund einer Million Euro wird sich weiter vergrößern. Dies ist, so Dr. Harrison, bedauerlich. Das medizinische Konzept für Leutkirch stimme, doch könne sich die OSK Einflüssen von außen leider nicht entziehen.

Der Aufsichtsrat hat die Geschäftsführung beauftragt, Konzepte und Alternativen zu entwickeln, über die in den Gremien beraten werden kann. Bei jeder Änderung und Weiterentwicklung am medizinischen Konzept der OSK im Allgäu müssen laut Dr. Harrison die drei Standorte Wangen, Leutkirch und Isny im Zusammenhang betrachtet werden. Dies könne nicht im Konflikt, sondern nur im partnerschaftlichen Miteinander von OSK, Krankenkassen, Landkreis, Stadt und Sozialministerium gelingen. Unverzichtbar sei daneben eine Abstimmung des OSK-Angebotes mit dem der niedergelassenen Mediziner der Region. Eine bessere Belegung und damit ein besseres Ergebnis, so Harrison, lässt sich nur erreichen, wenn die niedergelassenen Ärzte aus der Region intensiver in das Leutkircher Krankenhaus einweisen.

Hilfreich für eine Abrundung des Spektrums und für die Wirtschaftlichkeit wären auch Ermächtigungen zur ambulanten Versorgung, die aber von der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) nicht gewährt werden. So würde die OSK gerne in Leutkirch wie bereits in der Vergangenheit die Kontrolle von Herzschrittmachern anbieten. Dies setzt aber eine entsprechende Ermächtigung durch die KV voraus, die nicht mehr erteilt wird.

Ihre Sorge, so Dr. Harrison, gelte vor allem den Mitarbeitern. Bei der Weihnachtsfeier der Häuser Leutkirch und Isny hat sie versichert, dass sich niemand um seinen Arbeitsplatz bei der OSK Sorgen zu machen braucht.



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