Oberschwabenklinik
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01.12.2009

(wil)


Auftakt zum Jahrhundertprojekt ist perfekt gelungen

Auf riesiges Interesse ist das neue Notfallgebäude des Krankenhauses St. Elisabeth beim Tag der offenen Tür gestoßen. „Heute wird konkret, wenn wir sagen: Wir bauen für Sie das neue EK“, hatte tags zuvor Landrat Kurt Widmaier bei der Festveranstaltung zur Einweihung betont. OSK-Geschäftsführerin Dr. Elizabeth Harrison sagte: „Ich freue mich. Das erste Stück des neuen EK ist fertig.“

Sieben Stunden lang herrschte am ersten Adventssonntag dichtes Gedränge in den Gängen des Notfallgebäudes. Wie viele Besucher gekommen sind, lässt sich nur schätzen. Knapp 10 000 dürften es gewesen sein. Ärzte und Pflegekräfte der Notaufnahme und der intensivmedizinischen Abteilungen waren den ganzen Tag über voll gefordert. Ein in höchstem Maße interessiertes Publikum bombardierte sie förmlich mit Fragen. Genauso ging es den Mitarbeitern von Rotem Kreuz, Johanniter Unfallhilfe und Feuerwehr, die vor dem Notfallgebäude ihre Fahrzeuge für den Rettungseinsatz aufgestellt hatten. Eine Attraktion war natürlich der Hubschrauber „Christoph 45“ der Deutschen Rettungsflugwacht, der mittags für einige Zeit Station auf dem Landeplatz beim EK machte. Sehr gut besucht war bereits frühmorgens der ökumenische Gottesdienst in der voll besetzten Krankenhauskapelle, den die Pfarrer Hermann Dippon und Ekkehard Schmid feierten.

„Vom Start weg war Höchstleistung gefordert“, blickte Landrat Kurt Widmaier auf den Bau des Notfallgebäudes zurück. Nur 15 Monate hat es vom Planungsbeginn bis zur Einweihung des einschließlich der Ausstattung 10 Millionen Euro teuren Gebäudes gedauert. Verzögerungen waren einfach nicht drin. Die Notaufnahme muss rechtzeitig umziehen, damit Ende Februar 2010 der Bau des neuen Bettenhauses am EK beginnen kann. „Der Auftakt zu unserem Jahrhundertprojekt ist perfekt gelungen“, lobte der Landrat alle Beteiligten. Gerade in der Notfallversorgung zeige sich der politische Auftrag, den Landkreis und Stadt Ravensburg als Gesellschafter der OSK mit auf den Weg geben. Es ist die flächendeckende Versorgung zu tragbaren wirtschaftlichen Bedingungen. „Das bedeutet, dass wir nicht wie die Privaten nur die wirtschaftlich lukrativen Rosinen rauspicken oder uns zu deren Handlagern machen. Wir kümmern uns stattdessen um jeden Patienten. Wir fragen nicht nach Renditen“, betonte der Landrat. Für unwirtschaftliche Doppelstrukturen seien der Landkreis und die OSK nicht zu haben.

„Diese Einweihung bietet einen Vorgeschmack darauf, wie das Krankenhaus in einigen Jahren aussieht“, sagte OSK-Geschäftsführerin Dr. Elizabeth Harrison. Mit ansprechenden und frischen Farben werde es nach außen hin sympathisch wirken. Innen werde es mit Geräten hervorragend ausgestattet sein und in den Patientenzimmern einen in der Region einzigartigen Komfort bieten. Entscheidend für den Erfolg der OSK in den letzten Jahren sei es gewesen, dass Gesellschafter, Geschäftsführung und Mitarbeiter den Weg gemeinsam gegangen sind. Harrison warb dafür, nicht mehr in den überholten Kategorien Allgäu und Schussental zu denken. „Die OSK ist eines der verbindenden Elemente in diesem Landkreis“, sagte sie.

Oberbürgermeister Hermann Vogler sprach sich dafür aus, die Abstimmung in der Krankenhausversorgung zu einem Thema der Region zu machen. Er erinnerte daran, dass die großen Investitionen in dei Krankenhäuser auch einen Schub für die Wirtschaft in der Region geben. Still war es im Saal, als der OB den Dankbrief einer Patientin aus dem EK verlas, den er erste wenige Tage zuvor bekommen hatte.

Große Freude herrschte darüber, dass ein Kooperationsvertrag zwischen der  berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik Tübingen und dem EK just zum Tage der Einweihung des Notfallgebäudes unterschriftsreif war. Professor Dr. Franz Maurer, Leiter der künftigen BG-Abteilung im EK und Chefarzt der Abteilung für Orthopädie und Unfallchirurgie, sprach von den „höchsten Weihen“, die angesichts der anspruchsvollen Kriterien der BG ein Krankenhaus erhalten kann. Dr. Erwin Radek, Geschäftsführer des Trägervereins der BG-Unfallklinik, meinte, dass die BG einen starken Partner in Oberschwaben gesucht und mit der OSK ihren Wunschpartner gefunden habe. Ziel sei es, die Behandlung der BG-Versicherten flächendeckend auf höchstem Niveau zu gewährleisten.

„Diese Kooperation wird vielen Menschen zugute kommen“, meinte Dr. Harrison. Landrat Widmaier bezeichnete den Vertrag „als ein Zeugnis von außen, auf welch hohem medizinischen Niveau hier gearbeitet wird.“ „Ein solch großartiges Zeugnis ist auch für uns in der Politik eine neue Bestätigung dafür, dass die Investitionen in dieses Haus gut angelegt sind.“

Davon ist auch Professor Maurer überzeugt, der die Glückwünsche zur Zertifizierung des EK als künftigem überregionalen Traumazentrum und damit als Mittelpunkt eines Netzwerkes zur Versorgung Schwerverletzter in der Region entgegennehmen konnte. Der Chefarzt betonte, dass dieser Rolle nun auch die Räume der Notaufnahme und der Intensivstationen entsprechen. Kurz blickte er auf die beengten Verhältnisse in der bisherigen Notaufnahme zurück: „Wir haben das Beste daraus gemacht.“

Der katholische Dekan Matthäus Karrer und der evangelische Krankenhauspfarrer Hermann Dippon segneten im Anschluss an die Festreden das neue Notfallgebäude. Architekt Ehrle übergab den Schlüssel an Landrat Widmaier. Simone Mayer, Leiterin Pflege- und Prozessmanagement, bedankte sich namens der Mitarbeiter der Notaufnahme und der beiden Intensivstationen dafür, dass ihnen nun das neue Gebäude anvertraut wird.



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Die Seelsorger Schwester Beate Weber, Schwester Gudrun Härle und Pfarrer Hermann Dippon segneten gemeinsam mit dem katholischen Kreisdekan Matthäus Karrer das Notfallgebäude.

Schlüsselübergabe: OSK-Geschäftsführerin Dr. Elizabeth Harrison, Franz Baur, Leiter des Eigenbetriebs IKP, und Landrat Kurt Widmaier

Oberärztin Dr. Ulrike Korth demonstrierte am Tag der offenen Tür den Besuchern die künstliche Beatmung von Intensivpatienten.