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Schon seit vielen Jahren werden im Krankenhaus St. Elisabeth in Ravensburg, dem mit 520 Betten größten Standort der Oberschwaben Klinik GmbH, Patienten der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen nach Arbeits- und Wegeunfällen kompetent behandelt. Zukünftig wird diese Behandlung in einer neuen Abteilung stattfinden, die die Oberschwaben Klinik GmbH (OSK) und die Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik Tübingen (BGU) derzeit gemeinsam im St. Elisabeth-Krankenhaus einrichten. Der Kooperationsvertrag zu dieser neuen wegweisenden Zusammenarbeit wurde am 28. November 2009 von den Verantwortlichen beider Häuser im Rahmen des Festakts zur Einweihung des neuen Notfallgebäudes der Ravensburger Klinik unterzeichnet.
„Mit der Einrichtung einer Abteilung der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik Tübingen in der Oberschwaben Klinik GmbH Ravensburg realisieren wir ein neues Konzept, das auf eine weitere Optimierung der Behandlung von Patienten der gesetzlichen Unfallversicherung abzielt“, erklärt Dr. Erwin Radek, Geschäftsführer des in Heidelberg ansässigen Trägervereins der BGU. „Unser Ziel ist es, die im Sozialgesetzbuch VII festgeschriebene Rehabilitation von Patienten der gesetzlichen Unfallversicherung flächendeckend auf höchstem Niveau zu gewährleisten.“ Hierzu habe man einen starken Partner in der Region Oberschwaben gesucht, dessen anerkannte Behandlungsqualität man zukünftig um die Versorgungsstandards der Berufsgenossenschaftlichen Unfallkliniken ergänzen wolle. „Wir sind sehr glücklich, mit der Oberschwaben Klinik unseren Wunschpartner gefunden zu haben, mit dem wir den Patienten in Oberschwaben nach Arbeitsunfällen heimatnah eine Versorgung nach BG-Standards anbieten können“, so Dr. Radek. Zukünftig werde man die besondere Expertise einer auf Arbeits- und Wegeunfälle spezialisierten Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik mit dem Know-how und der Erfahrung einer großen regionalen Klinik der Zentralversorgung verknüpfen.
„Wir wissen, welch hohe Maßstäbe die BG an die medizinische Qualität anlegt“, sagt Dr. Elizabeth Harrison, Geschäftsführerin der Oberschwabenklinik. „Wir freuen uns deshalb darüber, dass die BG gerade das Krankenhaus St. Elisabeth der OSK als Partner ausgewählt hat.“
Die Behandlung „Mit allen geeigneten Mitteln“, wie sie der Gesetzgeber im Sozialgesetzbuch VII für Patienten der gesetzlichen Unfallversicherung fordert, umfasst u. a. die integrierte physiotherapeutische Frührehabilitation Unfallverletzter. Mit dieser Maßnahme wird die Rückkehr des Patienten in Alltag und Beruf bereits in der Akutbehandlungsphase konsequent eingeleitet. Durch die neue Kooperation wird zudem die Heilverfahrenssteuerung berufsgenossenschaftlich versicherter Patienten weiter optimiert. Hiervon sind für die Unfallversicherungsträger Senkungen der Gesamtfallkosten zu erwarten.
Mit der engen Zusammenarbeit von Medizinern, Therapeuten und Pflegekräften beider Häuser wollen die neuen Kooperationspartner gewährleisten, dass die Patienten der gesetzlichen Unfallversicherung aus der Region Oberschwaben im Krankenhaus St. Elisabeth zukünftig eine Behandlung erhalten, die auf der Grundlage der Versorgungsstandards der Berufsgenossenschaftlichen Unfallkliniken basiert. Diese sind dem neuen Leiter der zukünftigen BG-Abteilung, Prof. Dr. Franz Maurer, Chefarzt der Abteilung für Unfallchirurgie und Orthopädie des Ravensburger Krankenhauses, bestens vertraut. Prof. Maurer wird die Leitung der BG-Abteilung zusätzlich zu seinen Aufgaben als Chefarzt wahrnehmen. Bis zu seiner Berufung ans St. Elisabeth-Krankenhaus war Prof. Maurer viele Jahre an der BG Unfallklinik Tübingen tätig, zuletzt als leitender Oberarzt der Klinik für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie, die über rund 200 Betten verfügt. Prof. Dr. Kuno Weise, Ärztlicher Direktor der BGU und Ordinarius für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie an der Eberhard Karls Universität Tübingen, beschreibt die Inhalte der zukünftigen Zusammenarbeit wie folgt: „Wir werden einen kontinuierlichen medizinischen Qualitätsvergleich zwischen den Kliniken einrichten, der unter anderem gemeinsame Weiterbildungen sowie den regelmäßigen Austausch und die Beratung über besondere Heilverläufe und schwierige Fälle umfasst.“ Dies sei ein wichtiger Beitrag zur Qualitätssicherung im Berufsgenossenschaftlichen Heilverfahren.
„Unsere bereits erfolgte Zertifizierung als Überregionales Traumazentrum und die zukünftige Zusammenarbeit mit der BG Klinik Tübingen stellen eine Bestätigung der bisher erreichten hohen Qualität in der Verletztenversorgung dar. Wir werden auch in Zukunft daran arbeiten, auf diesem Gebiet unsere außergewöhnliche Leistungsfähigkeit unter Beweis zu stellen“, betont Prof. Maurer.
Beide Kooperationspartner werden im Rahmen der vertraglich vereinbarten Qualitätssicherung laufend Daten austauschen und deren Ergebnisse vergleichen. Prof. Weise hierzu: „Wir werden unter anderem gemeinsam die Dauer der akutstationären Behandlungen bei bestimmten Diagnosen sowie die Laufzeiten von Berichten und Gutachten an die Unfallversicherungsträger überprüfen.“ Nach Ablauf eines Kalenderjahres wird ein gemeinsamer Qualitätsbericht erstellt und den jeweiligen Klinikträgern zugeleitet.
Die Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik Tübingen (BGU) zählt im Bereich Unfall- und Wiederherstellungschirurgie zu den renommiertesten Adressen in Deutschland und verfügt über ein modernes Zentrum für die chirurgische Behandlung von Verletzungen aller Art bis zum Polytrauma, inklusive der Versorgung schwerster Verbrennungen.
Neben Unfall- und Wiederherstellungschirurgie, Plastischer, Hand- und Tumorchirurgie ist die Klinik spezialisiert auf die Behandlung Rückenmarksverletzter, die Knie- und Hüftgelenksendoprothetik, auf orthopädische Rehabilitationsverfahren, Intensivmedizin und Schmerztherapie. Seit Februar 2006 befindet sich die Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie ebenfalls unter dem Dach der BGU Tübingen.
Pro Jahr werden hier rund 8.900 Patienten stationär und rund 25.000 Patienten ambulant behandelt. Die chirurgischen Teams führen jährlich etwa 34 000 operative Eingriffe aus. Die Klinik steht gleichermaßen für Arbeitsunfallverletzte, Kassenpatienten und Selbstzahler offen.
Klinikträger ist der Verein für Berufsgenossenschaftliche Heilbehandlung Heidelberg e.V. Seinen Sitz hat der Trägerverein bei der Berufsgenossenschaft der chemischen Industrie (BG Chemie) in Heidelberg.